Ich habe das damals erst nicht verstanden, warum GALORE aus dem Hause Visions einen solchen fast überdimensionierten Rahmen brauchte. Kluge, emphatische, oft sogar fast intime Gespräche auf der gefühlten Größe einer Plakatwand. Ausgestattet nicht nur mit erstklassigen Fotografien der interviewten Gäste, sondern vor allem mit einer unaufdringlichen Neugierde garniert, die trotzdem (oder gerade deswegen) immer wieder überraschende Zusammenhänge aufbrach und fast spielerisch aus der Erklärungsnot half. Ein Heft mit Gewicht. In jeder Hinsicht.

Das christlich-demokratische attac-Mitglied Heiner Geißler, das Kultur Enfant Terrible Jonathan Meese, Sven Regener oder streitfähige Charaktere wie Mickey Rourke oder Günther Wallraff waren es, die dem voluminösen und hochwertig adressierten Format dann auch die notwendigen Inhalte gaben. Auf der guten Interviewstrecke blieb indes die Wirtschaftlichkeit. Das Aus nach vergleichsweise kurzer Zeit war die Folge.

„Das Beste aus zehn Jahren GALORE“ wird jetzt am 22. November (als Auftakt für eine folgende App) mit einem Umfang von 196 Seiten erscheinen. Die GALORE Interview-App wird ab Ende November via iTunes App Store und dem Google Play Store verfügbar sein. Zum Launch werden dort zunächst sieben Interviews hinterlegt sein. Über In-App-Käufe kann sich der Leser später seine persönliche GALORE Interview-Welt aus Archiv und neuem Interview-Material zusammenstellen. Für die Qualität der Gespräche auf dem Fundament der ursprünglichen GALORE-Idee wird Chefredakteur Sascha Krüger verantwortlich zeichnen, der das Blatt bereits in der Vergangenheit lange Zeit begleitete. (kel)

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