Einen langen Weg haben Primal Scream bereits hinter sich. Über unglaubliche 30 Jahre sind schon seit den ersten Gehversuchen der Band vergangen und trotzdem sind Primal Scream bis heute eine der frischesten und spannendsten Bands der Insel geblieben, oftmals ihrer Zeit weit voraus.

So waren sie schon mit „Velocity Girl“ dabei, als die C86-Generation aus der Taufe gehoben wurde, sie waren Wegbereiter der Manchester Rave-Zeiten mit „Come Together“ oder „Movin’ on up“. Zur Hochzeit des Brit-Pop, mitte der 90er, wandelten sie längst in anderen Sphären, als sie mit  „If they move, kill ‚em“ in eine experimentelle, krautrockige Richtung gingen um danach mit „Echo Dek“ ein Dub-Remix-Album zu veröffentlichen. Es folgten Ausflüge auf die Tanzflure dieser Welt („XTRMNTR“) und mit „Riot City Blues“ landete die Band schliesslich sogar bei Country und American-Folk. Kein Album klang, wie das vorherige, Glam-Anleihen, Philly Soul und immer wieder Pop.. auch das alles sind Primal Scream. Kurzum: Die Band war immer in Bewegung. Bobby Gillespie, der zu den Ikonen der britischen Musikszene schlechthin gehört, bezeichnet den Stil der Band als „Ecstatic Utopian Rock’n Roll“ und hat mit dieser Mischung wesentlich mehr Hits zu verantworten, als den Meisten hierzulande wohl bewusst ist.

So war es auch keine Überraschung, dass die Band 2011 beim Berlin Festival zu den grössten Abräumern gehörten, als sie ihr 1991er Album „Screamadelica“ in voller Schönheit darboten. Direkt nach Ende der zugehörigen Tour ging es ins Studio, um ein weiteres Album einzuspielen. Das Ergebnis erschien im Mai diesen Jahres und hört auf den Namen „More Light“, ist nach so langer Bandgeschichte ein erstaunlich tolles Album geworden und verdient viel mehr Aufmerksamkeit, als ihm bislang zuteil geworden ist.

Am besten überzeugt man sich davon selbst am 23.11. im Knust, wenn Bobby Gillespie mit Primal Scream in Hamburg spielt.

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