livekritik.de präsentiert den Chor des Monats: Juli.

Ferien- und Urlaubszeit? Nicht musikalisch gesehen. Auch im Juli gab es wieder genug zu entdecken und wieder zu hören. Hier ein paar Beispiele:

*** Damon Albarn (1.7., Gr. Freiheit 36) Zuerst wollte man es ja fast nicht glauben. Damon Albarn kommt tatsächlich in die Freiheit? Wie geil ist das denn, bitte!?! Doch so kam es. Damon Albarn ist ein Tausendsassa vor dem Herrn, der so aussieht, als wäre er (mindestens) ständig bekifft. Dazu sein leicht debiles Grinsen, was ja aber irgendwie entspannt und sympathisch rüberkommt. Das Konzert war eine Art Querschnitt aus einem Großteil seiner Schaffensphasen. Songs von Blur, Gorillaz, The Good, the Bad & the Queen und natürlich seinem Solo-Album in Perfektion. Super war´s! Schade nur, dass es trotz dieses großartigen Künstlers, bei diesem Konzert mit Seltenheitswert mit zudem moderaten Ticketpreisen nicht mal für eine ganz ausverkaufte Gr. Freiheit gereicht hat. Kaum zu glauben. WM hin oder her. (KW) *** Damon Albarn (1.7., Gr. Freiheit 36) Bäm! Mit was für einem Schlag beginnt denn dieser Konzertmonat bitteschön!? Der Blur-Kopf kommt mit seinem Soloalbum in die Freiheit und spielt nicht nur dieses, sondern auch diverse Songs seiner Bands Blur und vor allem den Gorillaz. Auf der Bühne eine vierköpfige Band, ein sechsköpfiger Chor, eine herzzerreißende Version von „Out of Time“ und bei „Clint Eastwood“ Unterstützung durch einen (mir leider nicht bekannten) Rapper, während die Halle komplett durchdreht. Big Cinema, wie wir fachkundigen Kritiker so sagen! (nsc) *** Damon Albarn (1.7., Gr. Freiheit 36) Wenn hier einer eine Jeansjacke tragen darf, dann Damon Albarn. Eine Stimme, die schwach macht und eine Liveshow inkl. Gospelchor, Gorillazergänzung und Einzelsession. Er kann es einfach. (tk)

*** The Libertines (5.7., London, Hyde Park) Da ist sie nun, die Reunion. Und die Fans drehen entsprechend durch. Sobald die Jungs um Pete Doherty und Carl Barat die Bühne betreten und “Vertigo” anstimmen beginnt das Gedränge um die besten Plätze. Mehrfach fordern sie dazu auf wieder etwas zurückzuweichen, aber es hilft nur wenig. Im Sekundentakt werden Leute aus den ersten Reihen gezogen und das Konzert muss mehrfach unterbrochen werden. Nichtsdestotrotz ist es ein großartiges Konzert, alle Songs werden lautstark gefeiert und die Setlist lässt nichts missen. Pete und Carl haben sich sichtbar versöhnt und demonstrieren ständig ihre wiedergewonnene Freundschaft. Man darf gespannt sein auf die beiden Deutschlandtermine im Oktober … (dr) *** Tapete Label Nacht (5.7., Altonale) Da hat der Regen den Veranstaltern leider einen Strich durch die Rechnung gemacht: Kurz vor Beginn des musikalischen Zusammenkommens verscheucht der Platzregen viele Besucher. Die verpassen einen angenehmen Musikabend mit Men among Animals und Next Stop: Horizon, sowie das Hamburg-Debut der neuen Band der beiden Wolke-Köpfe, das konsequenterweise den Namen Die Sonne trägt und unbedingt im Auge behalten werden möchte. (nsc)

*** Rhonda (6.7., Schanzenhöfe, Fünf Jahre Bullerei) Tim Mälzer und seine „Entdeckung“ – Rhonda, die Verbliebenen der Trashmonkeys machen Musik für ein größeres Publikum, aber dabei mit großem Anspruch und beeindruckender Sängerin. Perfekt für den sonnigen Nachmittag, aber bestimmt mindestens genauso großartig im dunklen Club! (eh) *** Selig und andere (6.7., Bullerei, Fünf Jahre Bullerei) Nachdem am Nachmittag noch der Innenhof des Areals zum 5jährigen von Tim Mälzers Laden beschallt wurde, ging es am Abend Indoor weiter: Als erste Überraschung lieferten Selig ein einstündiges, schweißtreibendes und durchweg tolles Set ab. Danach gab es bis 2 Uhr morgens eine Session mit diversen Hamburger Musikern, bei der sich u.a. Axel Bosse, Pohlmann oder Rapper Nico Suave und viele weitere Mitstreiter, das Mikrofon in die Hand gaben. Tim Mälzer erkannte Rhonda-Sängerin Milo mit ihrem beeindruckenden Etta James-Cover als Highlight – und wer möchte dem Küchenchef schon widersprechen? (nsc)

*** Passion Victim Vol. 7 (10.7., Zirkuszelt) Tolles Wetter, ein schönes, leider nur halb gefülltes Zirkuszelt und zwei gut gelaunte Bands. Gemma Ray läuten den Abend ein und wollen mich nicht so recht begeisetern. Dafür sorgen Torpus & The Art Directors für umso mehr Stimmung im muckeligen Zelt. (dr) *** Kat Vinter (20.7., ein Garten in Bahrenfeld) Kat Vinter trat um dieses Wochenende herum gleich viermal in Hamburg auf und so kann man auch ein paar Zeilen zu diesem privaten Konzert loswerden: Die sympathische australische Sängerin, die eigentlich vom fluffigen Elektro-Pop kommt, brachte uns ihre Songs in Semi-Akustischen Versionen mit zwei Begleitern. Das war sehr charmant und es darf davon ausgegangen werden, dass die weiteren Konzerte der Formation in der Pony Bar und dem f+k ähnlich schön waren. Besonders toll: Das Aaliyah-Cover „Try again“. (nsc) *** Eels (22.7., Laeiszhalle) Vor neun Jahren waren die Eels (with Strings) schon mal zu Gast in der Laeiszhalle, wenn auch damals im kleinen Saal. Nun die phänomenale Rückkehr in die schöne Musikhalle, die auch bei den Musikern Eindruck hinterlässt. Die perfekte Location für großartig arrangierte Eels Songs. Die Setlist ist bestens auf diesen feinen Abend abgestimmt. Ewige Klassiker und neue Songs des Albums „The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett“ geben sich die Klinke in die Hand. E. ist gut drauf. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst, baut immer wieder mal lockere Späßchen ein und bildet dabei stets eine Einheit mit seiner Band, die musikalisch einfach ein wahrer Genuss ist. Eels Songs können einem ja bekanntlich unter die Haut gehen. So wieder geschehen an diesem denkwürdigen Konzertabend. (KW)

*** Rhonda (26.7., Hanseplatte) Beim Album-Release-Konzert im Lieblingsplattenladen steht die Luft bei gefühlten 40° still, während eine nicht müde werdende Band ein tolles Set, deutlich über Albumlänge hinaus, präsentiert und wohl alle Anwesenden davon überzeugt, was hier großartiges zusammengefunden hat. Im englischen online-Mag forty5.co.uk durfte man über Rhonda neulich etwas von „the best voice since Amy Winehouse“ lesen. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, dass die Band dieser Qualität in nichts nachsteht. (nsc) *** Spaceman Spiff (29.7., Dachgarten) Die Treppenstufen scheinen mal wieder unendlich, aber man wird mit einem schönen Ausblick über den Dächern Hamburgs belohnt. Spaceman Spiff spielt bestens gelaunt bei Wein und kitschigem Sonnenuntergang einen wunderschönen Mix aus seinen 3 Alben. Für die weitgereisten Fans gab’s zum Dank Blumen. Tolle Stimmung, bestes Wetter, perfekter Abend. Hoffentlich nun wieder öfter an selben Ort & Stelle. (dr)

*** Fat Freddy’s Drop (29.7., Stadtpark) Manchmal ist es so, dass einem Konzerte aus ganz anderen Gründen besonders gefallen oder in Erinnerung bleiben, als man gedacht hatte. Im Fall von Fat Freddy’s Drop war das der herrlich wahnsinnige, energiegeladene und virtuose Hopepa, seines Zeichens Posaunist und auffälligstes Mitglied der treibenden, dreiköpfigen Bläser-Section der Band aus dem Land der Kiwis. Ja, auch sonst war das ziemlich toll und passend für einen heißen Sommerabend im Stadtpark: Ein entspannter Start mit stetiger Steigerung, die am Ende in einem kleinen Open-Air-Rave endete – pünktlich um 22:00, leider. Denn da hatte man das Gefühl, dass sowohl Hopepa als auch das Publikum genau an dem Punkt waren, so richtig in die Nacht aufzubrechen, ohne Halten. (jb) *** Cerebral Ballzy (30.7., Molotow Exil) Molotow like CBGBs 1977. So oder so ähnlich muss es wohl gewesen sein. (dis)

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