Dienstag, Juli 27

Chor des Monats: November

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livekritiklivekritik.de präsentiert den Chor des Monats: November.

Keine Panik, hier ist er auch schon – unser monatlicher Rückblick auf den Konzertmonat, ein Auszug aus dem, was wir erlebt, entdeckt und/oder lieb gewonnen haben – dieses Mal lediglich zu etwas späterer Stunde als üblich.

DSC00863*** The Gaslight Anthem (1.11., Alsterdorfer Sporthalle) Dieser Samstag wurde zum Gaslight-Tag: Nach zwei Jahren sind The Gaslight Anthem endlich wieder in Hamburg und treten am Abend nicht nur in der Alsterdorfer Sporthalle sondern bereits am Nachmittag bei Michelle Records auf. Im kleinen Rahmen gibt’s dort netten Smalltalk mit Sänger Brian Fallon und Gitarrist Alex Rosamilia gemischt mit akustisch dargebotenen Songs, darunter auch eine Rarität („Misery“). Während draußen die Sonne strahlt, strahlen drinnen die glücklichen Fans, die es in den kleinen Laden hinein geschafft haben. Abends in der Halle hauen uns die Jungs dann das volle Brett um die Ohren. Die Lieder vom neuen Album „Get Hurt“ funktionieren super und wachsen und die Durchdreh- und Mitgröl-Hits wie „Handwritten“ und „45“ lassen gleich von Anfang an keine Zweifel offen. Heute wird gerockt. Und das wurde es dann auch, volle zwei Stunden. DSC00949Und anstatt das Set für eine künstliche Pause vor der Zugabe zu unterbrechen, spielen The Gaslight Anthem einfach durch und brachten somit 27 Tracks auf die Setlist. Da war für jeden was dabei. Zum Schluss brachten sie die Halle mit „59 Sound“ und „Backseat“ nochmal richtig zum Durchdrehen. Es war ein Spaß, ein riesen Fest, das Publikum feierte, der Band schien die Sonne aus dem A… – alle waren happy. Nochmal. Nochmaaal! (cR) *** The Quire Boys + Sons of Morpheus (4.11., Rock Café St. Pauli) Auch mit wenig Zeit kann man beeindrucken: Sons of Morpheus haben aus ihren 20 Minuten alles rausgeholt – nach dem Motto “nich labern, rocken!” – und der Lead-Gitarrist hat gezeigt, dass er sein Hendrix-Tattoo absolut zurecht trägt. Und The Quire Boys hatten viel gute Laune, viele Fans und viel Atmosphäre. Wunderbar authentisch und leicht abgeranzt, so wie man sich einen Rock’n’Roll Abend im Rock Café wünscht. (ds)

*Dena** Dena (5.11., Prinzenbar) Nach einem halben Jahr schon kam sie erneut in die Prinzenbar. Und spielte ein vielleicht etwas kurzes, aber bezauberndes Set. Tolle Songs aus “Flash” und mehr, sympathische Ansagen, ulkige Tänze. Gerne bald wieder. (mf) *** Morrissey (5.11., Capitol, Hannover) Im Vorprogramm wurde gespart, stattdessen Videos von Auftritten der New York Dolls und Anne Sexton bei einer Lesung. Der Meister bleibt der Meister, aber er wirkt schwach. Zu viele langweilige Stücke vom letzten Album und Soloeinsätze der Band, die nerven. Natürlich zieht er am Ende sein Hemd aus und säuselt Suedehead. Asleep als Zugabe reißt es kaum raus. (tk) *** Owls By Nature (6.11., Kleiner Donner) Ich dachte immer, wenn ich schon im Logo keine Ohrstöpsel brauche, komme ich überall zurecht, aber die kanadischen Folk-Rocker haben den Trommelfellen alles abverlangt. Höhepunkt des Abends: Kanalrattenvolles Stalkergirl entert die Bühne um sich an den Keyboarder ranzuschmeißen. Beim ersten Mal folgt sie einem Helfer relativ brav wieder von der Bühne, nur um gleich wieder rauf zu klettern, um ihren Tastengott weiter anzuhimmeln. Dieses Mal fällt beim Entfernen der Dame außer ihr selbst auch eine Gitarre vom Bühnenrand und fast artete das Ganze in ein Handgemenge aus. Zum Glück war sie so voll, dass es mit dem Boxen nicht mehr richtig geklappt hat. So geht Rock’nRoll! (ds) *** Ed Sheeran (6.11., o2 World) Wenn nur ein Musiker es schafft die ausverkaufte o2 World zum Kochen zu bringen, dann hat das schon was zu bedeuten. Ed Sheeran hat das geschafft und lies das Publikum vollkommen zurecht austicken. Die Power dieses jungen Herren muss man einfach selbst erlebt haben. (fh)

*** Linkin Park + Of Mice & Men (10.11., o2 World) So geht Vorband. Of Mice & Men brachten das Linkin Park-Volk mit feinstem Metalcore und einem äußerst motiviertem Auftritt zum kollektiven Feiern und den nahezu kompletten Innenraum dazu, sich hinzusetzen. Die Headliner dann zogen konsequent ihr Ding durch und boten herrliche Mainstream-Unterhaltung. (mf) *** Angus & Julia Stone (10.11., Große Freiheit 36) Den Auftritt im Molotow können sie nicht mehr toppen. Aber ganz wunderbar und flexibel bespielen sie auch die ausverkaufte Freiheit. Angus reißt sich den halben Fingernagel ab und Julia setzt sich ungeplant ans Piano um die Setlist mit einem ihrer Solos durcheinander zu bringen. So schön. (tk) *** Àsgeir (10.11., Uebel & Gefährlich) Viel junges Publikum, ein gewohnt eher zurückhaltender Sänger. Nur eine gute Stunde gespielt, ein bisschen isländisch, viel englisch. Kennt man sein Album vor allem als Original auf isländisch, kommt die Magie bei der englischen Übersetzung einfach nicht auf. Schade! (eh)

Rocky Votolato*** Rocky Votolato (11.11., Rock Café St. Pauli) Es war lange ruhig um Rocky Votolato. Doch das Warten hat sich gelohnt. Mit neuen Songs vom kommenden Album im Gepäck zeigte er, dass er nichts von seiner Energie eingebüßt hat. (tr) *** Prong (12.11., Markthalle) Was war das intensiv, was war das für eine Kraft, was war das großartig. Prong spielten als Support von Overkill und zerlegten in gut 75 Minute so ziemlich alles und jeden. Monströse Klassiker, grandioses neues Material und eine Band in Topform. Am 3. Mai spielen sie im Knust. (mf) *** Kristoffer and the Harbour Heads + Echo Me (13.11., Prinzenbar) Support Echo Me ist ohne Band dabei, gewinnt aber mit seinen Ansagen und mitreißenden Liedern bestimmt von den circa 30 Besuchern 25 neue Fans (die anderen 5 kannten ihn schon). Kristoffer und seine Harbour Heads spielen vor etwas mehr Publikum und wirken, als würden sie ein Stadion bespielen. So sieht Spaß aus! (eh)

*** Motörhead + The Damned + Skew Siskin (14.11., Alsterdorfer Sporthalle) Es beginnt mit Skew Siskin und scheiß Sound, aber können sie ja nix für. Doch dass Frontfrau und Super-Rockbitch Nina C. Alice in ein Büro-Outfit von Adler-Moden gekleidet ist, das kreide ich ihr an. The Damned wären ein super zweiter Support gewesen, wenn sie mehr Punkzeug gespielt hätten und nicht Wave. War zwar gut, aber nicht vor Motörhead. Und dann die Tiere des Rock’n’Roll: Lemmy, Phil und Mikkey haben es immer noch drauf. Lemmy zwar mit Konditionsproblemen, aber deutlich präsenter und energetischer als noch auf Wacken. Befürchtete Enttäuschung wandelte sich in Euphorie und man kann den Kerlen nur bestätigen: You are still Motörhead and you still play Rock’n’Roll! (ds) *** The Boxer Rebellion + END (14.11., Mojo Club) END aus Basel kommen lieblich düster rüber und werden kaum von der Bühne gelassen. Wieder kommen! The Boxer Rebellion waren gerade erst im Knust, vielleicht ist es deshalb so leer. Technische Probleme schlugen den Briten aber nicht aufs Gemüt, und so entließen sie strahlende Gesichter mit tanzmüden Füßen in die Nacht. (tk) *** Rival Sons + Jameson (16.11., Gruenspan) Jameson etwas zu bluesig für den Einstieg. Aber die Kalifornier machen alles wieder gut. Als hüftschwingender Frontmann im Anzug rattert Jay Buchanan mit seiner Band alle Hits runter, und wird dabei nie langweilig. Sexy Rock’n’Roll Nacht mal wieder. Wow. (tk)

Olli Schulz*** Küchensessions Festival (16.11., Knust) Manchmal ist weniger mehr, der Zeitplan konnte ob der vielen Acts schnell nicht mehr eingehalten werden, der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Das Highlight war zweifelsohne Olli Schulz, der eine gute Mischung aus alten wie neuen Songs brachte. Auch Jens Fricke durfte ihn einen Song lang begleiten. Wer es verpasst hat, im März kommt Olli wieder, diesmal mit großer Show in der Großen Freiheit. (dr) *** Bombay Bicycle Club (19.11., Docks) Was für ein Konzert! Bombay Bicycle Club bieten hier nicht nur was für die Ohren, sondern auch was für die Augen. Mit einer tollen Lichtshow und sehr gelungenen Projektionen machen die Engländer das Konzert zu einem Erlebnis für alle Sinne. Und Jack Steadmans Stimme klingt in Live auch noch viel besser als auf Platte. (fh) *** Bombay Bicycle Club (19.11., Docks) Der Support Childhood verheißen ein großartiges Konzert (Platte wurde gekauft!), BBC setzen noch einen oben drauf: So viel Spielfreude, so viele tanzbare Hits, so tolle Bilder im Hintergrund – so sieht ein rundum wunderbares Konzert aus! (eh) *** Broilers (21.11., Sparkassen-Arena, Kiel) Die Broilers reisen weiter und wir mal hinterher. Kiel ist immer einen Besuch wert und auf unsere Düsseldorfer Lieblinge ist eh Verlass. Zwei Stunden, alle Hits, ein bisschen Feuer auf der Bühne und am Ende gab es “Eine Blume” (und ein Bierchen am Ostseestrand …). Besser kann man einen Freitag nicht feiern. (mf)

The Beards*** The Beards (21.11., Knust) Unmengen imposanter Bärte gab es im Knust zu bestaunen. Den passenden Soundtrack lieferten die passionierten Bartrocker The Beards mit ihren Hymnen über das haarige Gesichtskleid. Zwischen den Songs wurde der Austausch von bärtigen Streicheleinheiten zelebriert und letztendlich kann man sagen, dass die Band ihrem Ziel einer vollständig vollbärtigen Welt an diesem Abend wieder einen Schritt näher kam. (tr) *** Benjamin Booker (24.11., Molotow) Direkt aus einer Garage in New Orleans auf die Show-Bühne nach Hamburg.. Benjamin Booker hat das gewisse Etwas und vor allem das Talent, rumpelnden Blues-Punk zugänglich zu machen. Auch Jack White fährt bekanntlich ja voll auf ihn ab. Wäre der Künstler nicht high bis unters Dach gewesen, wäre es sicherlich ein noch besseres Konzert geworden. Einer der Newcomer des Jahres! Man darf gespannt sein, was seine Zukunft bringt. (KW) *** Benjamin Booker (24.11., Molotow) Schnörkellos und mit Zigarette im Mundwinkel bot der aus New Orleans stammende Sänger rohe, lärmende Songs irgendwo zwischen Punk, Garage und Bluesrock. Dazu seine krächzende Stimme. Mehr brauchte es nicht um das Molotowpublikum in eine tanzende Menge zu verwandeln. (tr)

*** Ben Howard (25.11., Sporthalle) Das Konzert stand ganz im Zeichen des neuen Albums. “The Wolves”, “Keep Your Head Up” und “Only Love” wurden schmerzlich vermisst, auch wirkte Ben Howard reservierter als sonst eh schon, trotzdem schönes Konzert. (dr) *** Kate Tempest (27.11., Molotow) Authentisch, erfrischend und voller Energie spielte Kate Tempest auf ihrer ersten Tour im Molotow auf. Eine musikalische eine perfekte Mischung aus The Streets und Santigold, die groovt und Spaß macht. Auch Kate kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Tolles Konzert! (KW) *** Mad Caddies (30.11., Knust) Sie sind halt nicht mehr die Jüngsten, diese kalifornischen Skapunk-Legenden. Und so gab es mehr Reggae als Highspeed, mehr Kopfnicken und als Austicken. Ziemlich großartig waren diese heißen 80 Minuten aber natürlich trotzdem. Wie immer. (mf)

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