Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch der zwölfte Monat war gefüllt mit buntem Musikprogramm. Was so los war, davon berichten wir hier. Eine Auswahl:

*** Rah Rah (3.12., Kleiner Donner) Die Kanadier sind immer ein Garant für schöne Konzertabende. Die neuen Songs des 2015er Albums “Vessels” sind ein wenig vom folkigeren Sound abgerückt und bieten nun etwas rockigere Klänge, was der Band ausgesprochen gut tut. Schwer zu verstehen, warum Arcade Fire so riesig, Rah Rah aber so klein sind. (nsc)

cdm1215_MaximoPark*** Maxïmo Park (5.12, Uebel & Gefährlich) Neben The Rifles dürften Maxïmo Park die zweite, bis heute richtig tolle, Band der 2005er Britpop-Welle sein und ihr Debüt jährte sich 2015 zum 10. Mal. Ein Grund für eine Jubiläumstour, in der im ersten Teil diverse Songs (= Hits, Hits, Hits!) aus dem sonstigen Schaffen der Band dargeboten wurden, um im zweiten Teil das komplette “A certain trigger”-Album wiederzugeben und dabei eine Energie zu entfachen, an der sich so manche Band diverse Beispiele nehmen darf. Erkenntnisse aus diesem Abend: Maxïmo Park sind noch immer großartig und haben auch in den späteren Jahren unendlich viele tolle Songs geschrieben, die teilweise unberechtigterweise untergegangen sind. Zeit, die späteren Alben nochmal rauszuholen. (nsc)

*** Madsen, Thees Uhlmann (Knust, 11. Dezember) Die Kiezhelden sagen danke und stellen neben Justus Jonas und einigen Pauli-Spielern (upps …) erst Thees auf die Bühne, der seine grandiose 11-Freunde Kolumne vorliest und Sachen wie “Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf” oder – logisch! – “Das ist Fußball” spielt. Und schicken dann Madsen raus, die sich 40 Minuten austoben, inkl. Queens Of The Stone Age-Cover und netter Worte wie “Wir sind derzeit quasi jeden Monat einmal in dieser Stadt, aber es wird von Mal zu Mal noch genialer”. Starker Abend. Forza! (mf)

CDM1215_Florence*** Florence and the Machine (14. 12., Barclaycard Arena) Ab und an schaue ich mir Künstler an, weil man mir erzählt es lohne sich sie anzusehen. Florence Welsh ist zweifellos übertalentiert und auch an diesem Abend singt sie fabelhaft, intoniert ihre Songs mit großen Gesten, rennt durch das Publikum,  wirbelt über die Bühne und wirkt dabei absolut sympathisch. Die 12köpfige Band spielt 75min lang (plus Zugabe) perfekt all die Hits, nur: Ich habe nicht das Gefühl einem Livekonzert beizuwohnen, sondern einer Aufzeichnung. Ein DVD-Abend mit 15.000 Freunden. Jeder Ton, jeder Lichtstrahl, jeder Schritt auf der Bühne, alles wirkt auf mich durchdacht, einstudiert, durchchoreografiert. Das hier ist Music for the Masses und ich denke mir, ich hätte Mrs. Welsh gern vor ein paar Jahren mit kleiner 3-4 köpfiger Band in einem kleinen Kellerclub gesehen und wäre ganz sicher sehr begeistert gewesen. (nsc)

cdm1215_Rhonda*** Rhonda (19.12., Mojo Club) Zahlreiche neue Songs hatte das Hamburger Quintett an diesem Abend mitgebracht, mixte sie gekonnt zwischen die Lieder aus dem Album “Raw Love” und sorgte damit mehr als nur einmal für große Begeisterung. Als sich Sängerin Milo Malone dann vor der Pause noch mit einem beherzten Sprung ins Publikum warf, um sich auf Händen tragen zu lassen, danach noch Etta James intonierte, um dem Publikum am Schluss zu sagen, man würde sich eh am kommenden Montag dann ja wieder im Supermarkt treffen, kam alles zusammen: Das Talent, die Herzlichkeit und die Sympathie, die diese Band umweht. 2016 kommt Album #2 und man darf sich darauf sehr freuen. (nsc)

*** Razz (28.12., Molotow) Emsland-Burschen mit Editors-Attitude. Groß! (dis)

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