SH_LIONESSGeht nur mir das so oder erinnert noch wen das Cover von „Lioness“ an Bowie? Oder an Klaus Nomi. Aber das würde dann doch auf komplett verkehrte Koordinaten leiten. Und kann eigentlich eine Sivert Høyem-Ankündigung ohne Rückschau auf die tragische Madrugada-Geschichte auskommen? Wer „Lioness“ einordnen will, zumindest mal aus dem Bauch heraus, dreht sich um nach 2005 und erinnert das blendende „The Kids are on High Street“. Nur mit vielleicht ein bisschen weniger Pathos, nicht gar so hell und voller nicht enden wollender, positiv gestrickter Demut.

In der Produktinformationspalette des Labels Hektor Grammofon werden dunkelbunte Duftmarken gesetzt, Roy Orbison und die immer noch nicht enden wollende Nacht als Komparsen für Høyems Geschichten besetzt. Im Titelsong jedenfalls könnte das stimmen, sieht man davon ab, dass Orbison den Refrain noch auf irgendeine Regenbogenbrücke gehoben hätte. Aber muss ja auch nicht. Bei allem chronischen Schmerz bleibt Sivert Høyem über die meisten Strecken von „Lioness“ angenehm unprätentiös und ich gewinne mit der letzten Vokabel das redaktionsinterne Bullshit-Bingo.

„It Belongs To Me“ klingt dann übrigens als hätten Boss Springsteen & Co-Boss Cohen der norwegischen Verlierer-Stimme einen gemeinsam verfassten, nie veröffentlichten Song zur Verfügung gestellt. Willkommen im strahlenden Dilemma der Referenzen. Gibt es eigentlich eine dritte Staffel „True Detective“? Hier stünde ein probater Kandidat für den Titelsong bereit. 12. März | Uebel & Gefährlich. Passt. (kel)

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