Face To FaceSchon wieder Punk? Ja. Jetzt aber richtig. Also richtig richtig und von einer der ganz großen Bands. Face To Face, Alter! Seit 1991 sind die Jungs am Start (und daher im Grunde keine Jungs mehr, aber hey, Punkrock, Skatepunk, einmal jung, immer jung), ein Jahr später kam ihre erste Platte. Das Label: Fat Wreck, damals selbst ganz frisch am Start und alle zusammen kurz vor dem großen Hype um The Offspring, Green Day und Co. Bei dem machten Face To Face nur ein ganz wenig mit, in dem sie 1995 ein Album auf A&M Records veröffentlichten. Sonst tingelte mal durch die Label-Ländereien und machte Platten auf Victory und Vagrant, auf Rise und People Like You.

Warum wir das hier nacherzählen? Weil sich der Kreis schließt, die Reise beendet ist, Face To Face sind wieder bei Fat Wreck. Und Face To Face legen mir “Protection” ein atemberaubendes neues Album vor. Ein Album, wie es nur Jungs machen können, keine alten Herren. Was eine Euphorie, was eine Intensität, was für eine Großartigkeit, die der Vierer hier abliefert. So geht Punkrock, so waren die 1990er, so läuft es 2016.

Elf neue Songs gibt es hier von Trever Keith, Scott Shiflett (ja, der Bruder von Foo Fighter-Chris), Chad Yaro und Danny Thompson und die sind dermaßen typisch, das man sie lieben muss. Keine Experimente, keine Stilbrüche, keine albernen Versuche, sondern melodischer Punkrock, wie er nicht anders geht. Ein galoppierendes Schlagzeug als Antreiber, tanzende Gitarren dazu, den Bass als Basis, Chöre und Melodien drüber und das ganze feinst produziert (hier übrigens von Decendents-Legende Bill Stevenson). All das haben Face To Face. Und sie haben Songs wie “Bent But Not Broken” (hier läuft das Video dazu) oder “Doubled Crossed”:

Eine gute halbe Stunde dauert dieser Trip und am Ende möchte man sich nicht entscheiden, welcher Song nun der beste ist. Weil eben alle ganz schön knallen und einem dieses breite Grinsen ins Gesicht zaubern. Aber hier und da knallt es eben dann doch noch etwas mehr. Oder weniger. “Fourteen Fifty-Nine” kommt ein bisschen langsamer, hat aber mindestens genau so viel Eier und die vielleicht besten Chöre und die größten Mitsing-Momente. “Say What You Want” groovt mit seinem Bass, wir brauchen Bass, noch einen Zacken doller und “Keep Your Chin Up” hat den wohl schönsten Refrain.

Am Ende aber ist das Album der Star, die Band die gute, das Ganze großartig. Was fehlt ist die Tour, derzeit gibt es nur einen Auftritt auf dem belgischen Groezrock. Derzeit. Hoffnung. (mf)

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