Was haben eine Ente und eine E-Gitarre gemeinsam? Die artgerechte Behandlung durch Laurent “Malcolm” Lacrouts. Der Gitarrist und Sänger von The Inspector Cluzo hat mit seinem Schlagzeuger und Backgroundsänger Matthieu “Phil” Jourdain zusammen im vorletzten Jahr nämlich einen Bauernhof gekauft, wo die beiden jetzt nicht mehr nur Songs schreiben und Platten aufnehmen, sondern auch glückliche Gänse und Enten anbauen sowie Bio-Gemüse züchten. Eine ziemlich gute Idee, denn mit Rock ‘n’ Roll und gutem Essen hat man schon mal die halbe Miete für ein glückliches Leben.

Zum Glück kommt Ersteres hinter Letzterem nicht zu kurz. Das ist deutlich, denn nach dem zwar genialen, aber leider arg kurz geratenem “Gasconha Rocks” aus 2013 folgte nun Mitte März “Rockfarmers” – 15 Tracks auf zwei CDs, zwei LPs oder in der Special Edition mit zwei CDs im 40-seitigem Hardcover-Buch inkl. Duckumentary auf DVD. [Die Band hat absolut nichts mit den ultra-billigen Wortspielen des Autors zu tun, Anm. d. Red.]

TIC_Rockfarmers_coverDas Songwriting und der Sound auf “Rockfarmers” ist ebenso back to the roots, wie das Leben der beiden Inspectoren. Das Werk als ganzes versetzt einem beim Durchhöhren glatt einen “Led Out” – die Songs klingen so verdammt nach Led Zeppelin, die – wie üblich – analoge Produktion liefert die entsprechende Atmosphäre und zur Krönung hat man das Rohmaterial zum Abmischen nach Nashville, Tennessee geschickt. Richtig so, Uhren zurück und emotional dorthin wo der Rock ‘n’ Roll begann. Auf die anlaoge Schiene standen die zwei ja schon immer, doch musikalisch bricht “Rockfarmers” endgültig mit den alten four-on-the-floor Rocknummern. Schon auf dem letzten Album “Gasconha Rocks” wurde vereinzelt (zum Beispiel beim Song “Black Spirit”) mit dem psychedelischen Siebzigerjahrerock gekuschelt. Jetzt ist der Damm gebrochen. Statt heftigem Geriffe werden Melodie und Dynamik gefeiert. Daher ist es für “The Inspector Cluzo”-Einsteiger ratsam, sich auch anhand der älteren Nummern ein Bild zu verschaffen, den der Rock’n’Roll Spirit ist schließlich das, was die Live-Shows der Hochspannungsfranzosen auszeichnet: Soli, Impro, Schweiß, Exstase, das ritualisierte Zerlegen des Drumsets.

Auf einen dieser intensiven Abende können wir uns schon mal anständig freuen, denn zu jedem neuen Album gehört eine Tour. Die führt die selbsternannten French Bastards am kommenden Freitag (22. April) ins Molotow. Tickets gibt es noch hier. (df)

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