MillportArtAls Bad Religion vor ziemlich genau zehn Jahren ihr Album “New Maps Of Hell” veröffentlichten, legten sie als Bonus eine CD mit einigen Akustik-Songs bei, unter anderem gab es “Won’t Somebody”, “God Song” und “Skyscraper” in atemberaubend schönen Versionen. Denn es funktionierte, die Punkrock-Legende konnte es auch leise, die Songs funktionierten und Sänger Greg Graffin funktionierte, wie er schon ein Jahr zuvor auf seinem Solo-Album “Cold As The Clay” funktionierte.

Jetzt erscheint mit “Millport” sein bereits drittes Solo-Album. Und das ist weder akustischer Singer/Songwriter-Krams noch Punk oder Folk, Graffin widmet sich seiner Vorliebe für Country und Americana. Und man muss diesen Stil nicht lieben, “Millport” ist trotzdem super. Manchmal laut und manchmal leise, manchmal klassisch, manchmal eigen, mit Banjos und Geigen genau wie mit verzerrte Gitarren und laute Drums, immer ehrlich, niemals ein klassisches Solo-Album von einem Mann mit seiner Gitarre. Graffin nämlich nahm mit Band auf und die Band besteht unter anderem aus Jonny “Two Bags” Wickersham, Brent Harding und David Hidalgo und damit aus 3/5 Social Distortion. Obendrauf hat auch noch BR-Kumpel Brett Gurewitz produziert. Graffin dazu:

Die beiden Songwriter von Bad Religion und die Rythmus Sektion von Social Distortion, zwei einflussreiche LA Punkbands, machen gemeinsam ein authentisches Country-Rock-Album. Ein Genre also, von dem die meisten denken, es wäre das Gegenteil von Punkrock. Aber beides sind klassische Southern California Genres und ich denke, das Album klingt großartig.

Das Resultat sind auf der einen Seite lässig-kräftige Lieder wie „Backroads Of My Mind” oder “Too Many Virtues”, fast schon laute Sachen wie das Norman Blake-Cove “Lincoln’s Funeral Train” und Schnelleres wie “Making Time” und auf der anderen Seite ruhige Lieder wie “Wax Wings” oder “Shotgun” und hoch emotionale Balladen wie “Time Of Need”. Es ist eine wundervolle Mischung und ein am Ende unglaublich kurzweiliges, sehr, sehr spannendes und eigenes Album. (mf)

“Millport” bekommt ihr natürlich auch bei Finest Vinyl.

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