„Die unheimlich verrückte Geisterstunde“? Nein. Doch. Nein. Aber eines nach dem anderen. Creep Show sind zunächst mal weder Stephen King, noch The Creepshow. Dafür sind diese Creep Show niemand geringeres als die analogen Schwarzlicht-E(k)lektroniker Wrangler, also Stephen Mallinder, Phil Winter und Benge. Plus niemand noch geringer geringeres als John Grant. DER John Grant. Naja, und dann wird es erst so richtig verrückt. Deren Album „Mr Dynamite“ (ohne Punkt) klingt die ersten fünf Minuten, als sprühe eine leise zitternde Blechtrommel kleinste Wasserteilchen auf das fiktive Oldschool-Treffen zwischen, sagen wir mal Peter Kruder, Boris Blank, Dieter Meier und Richard Dorfmeister. Soweit noch mitgekommen?

Prima. Dann weiter zu Stufe Zwei. Wie es vielleicht klingen würde, quetschte sich die Sugarhill Gang oder irgendein kruder Funkadelic-Stuff durch viel zu enge Kabel entgegen des saukalten Stroms ins nächste Kraftwerk. Ja, Kraftwerk wortwörtlich. Dann Vocoder, Crooning, Chöre, Stimmproben. Was macht eigentlich Chilly Gonzales gerade? Wäre der nicht auch noch frei gewesen? Creep Show is Hydra“, sagt dieser Stephen „King“ Mallinder zu alledem. „A beast with multiple heads and voices, so no one is quite sure who is saying and doing what“. Wer ein Gegenmittel sucht: „Mmm, if you’ve had a dose of a freaky ghost baby: You better call Ghostbusters“ (Ray Parker Jr.). Aber warum überhaupt gegenhalten, ist doch geil das alles, oder? Und am Ende? Winkt „Save And Sound“ ein seltsam skelettiertes auf Wiedersehen. Versöhnlich? Man weiß es nicht und ahnt es nur. Fast neun Minuten sind in dem Finale jedenfalls eine gute Zeit dafür. (kel)

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