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Album der Woche: Sinsaenum

Es ist brutal, es ist radikal und es ist wütend.” Okay, hätte Frédéric Leclercq das in seiner Funktion als Dragonforce-Bassist gesagt, hätten wir geschmunzelt. Doch der gute Mann spricht von seiner anderen Band, die er mit unter anderem dem ehemaligen Dååth-Sänger und Chimaira-Mitmacher Sean Zatorsky,  Mayhem-Sänger und Sunn O)))-Mitmacher Attila Csihar und dem  ehemaligen Slipknot-Drummer Joey Jordison macht. Er spricht von: Sinsaenum.

“Repulsion For Humanity” ist das zweite Album der Allstars, dazwischen erschien eine EP. Und doch sagt Jordison: “In gewisser Weise fühlt sich ‘Repulsion…’ fast so an, als wäre dies unser erstes Album, weil ich endlich die Gelegenheit hatte, meine Schlagzeugspuren mit der anwesenden Band in Frankreich aufzunehmen. Die anderen halfen mir mit ihren Ideen, weshalb wir in der Lage waren, die ersten Tracks als Band zusammen zu erschaffen. Dieses Album ist tödlich, unser Songwriting hat sich enorm weiterentwickelt.”

Elf Songs sind drauf und die klingen tatsächlich anders und das nicht nur, weil Attila Csihar aufgrund schlichter Termin-Konflikte kaum dabei ist und Zatorsky überwiegend am Mikro stand. Nein, jeder Song klingt anders als der davor, das ganze Album ist ein überragend vielfältiges Metal-Album geworden, ein dunkler Bastard unterschiedlicher Einflüsse, ein Album voller Death und Black Metal, Doom-Ausflügen, modernen Momenten und gelungenen Überraschungen.

Ein Song wie “Manifestation Of Ignorance” zum Beispiel schleppt sich, schleppt sich und schleppt sich noch etwas weiter – ehe die Band mal eben austickt, durchdreht und wir mit drehen. Durchdrehen. wenn  Sänger Sean Zatorsky sagt: “Das ist mit Abstand das härteste, brutalste und erstaunlichste Album, an dem ich je mitgewirkt habe”, fügt hinzu. “Die Riffs sind so verdammt krank, dass sie mich dazu inspiriert haben, Dinge zu tun, die ich sonst nie hätte tun können” – dann glaubt man ihm das.

Andere Songs von Sinsaenum, wie der Titeltrack oder “Rise of the Light Bearer”, treten sofort Arsch, andere erinnern an Jordinson frühe Band mit den Masken oder auch an Bands wie Machine Head (“Sworn To Hell”) oder grooven die Scheiße fett (“Sacred Martyr”). Scheiße fettes Album! (mf)