„Into The Light“ trägt nur scheinbar eine große Leichtigkeit. Denn das vom Überhit „The Lady In Red“ gefühlt dominierte Album zeigt längst nicht nur die freundlich zugewandten Perspektiven des Songwriters Chris De Burgh seinerzeit im fernen 1986. Um das zu verstehen, lohnt sich ein ausführlicher Blick in „was bisher geschah“. Denn das Album, mit dem De Burgh sich auf dieser Tour (plus „Moonfleet & Other Stories aus 2010) befassen wird, offenbart eine Zäsur in der Historie des britisch-irischen Sängers.

Nicht nur „The Ballroom Of Romance“ bedient sich darauf an Ideen aus der eigenen Vergangenheit. Zeigt aber auch deutlich die breit ausgebauten Fahrspuren mit regelmäßigen Abfahrten in Popgefilde auf. Auch das Drei-Lieder-Triptychon „The Leader – The Vision – What About Me“ am Albumende verweist auf die wahnsinnig spannenden Mehrteiler wie nicht nur vier Jahre zuvor das legendäre „The Revolution – Light A Fire – Liberty“-Finale vom ebenfalls alles andere als unerfolgreichen Album „The Getaway“.

Chris De Burghs unüberhörbares Faible für Religionsübergreifend ausufernde Geschichten zwischen Burgen, Schlössern und anderen verlassenen Orten verwandelte sich Mitte der Achtziger. Allerdings zu(un)gunsten einer nachfolgend immer deutlich kompakteren Idee des Songwriting, die im knallroten Kleid der Unbekannten gipfelte. Wer dem Peak dieser Metamorphose noch einmal live auf die Spur kommen mag, besucht Chris De Burgh am 10. November 2019 (!) in der Barclaycard Arena. Und hat vorher noch alle Zeit der Welt, sich mit den Jahren ab 1976 zu befassen. Mit „Spanish Trains And Other Stories“, mit „Far Beyond These Castle Walls“, „Crusader“ und ganz sicher auch mit „Eastern Wind“. Tickets gibt’s ab morgen. (kel)

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