*** Death Cab for Cutie (9.2., Große Freiheit 36) Warum zappelst du nur so rum, Gibbard? Egal, nach leichten Startschwierigkeiten, wo der Funke einfach nicht überspringen wollte, entwickelte sich das Konzert auch dank der tollen neuen Songs (die Alten sind sowieso brilliant, das steht ja nicht zur Debatte) doch noch zu einem sehr guten Abend. Zwar fehlte “Marching Bands of Manhattan”, aber “Follow you into the dark” ist doch jedes Mal wieder wunderschön und man ist gewillt, sich das Gezappel auch beim nächsten Mal wieder anzuschauen. (eh)

*** Cinemagraph (12.2., Astra Stube) Britrock aus Mannheim, so oder ähnlich wurde die Band des Abends im Pressetext vorgestellt. Sie spielen in der Astra Stube, also ein Wohnzimmerkonzert. Aus der Dose klingt die Band super, live genauso. Ein feines Indie-Set wird vorgetragen, bis der Schlagzeuger das Mikrofon ergreift und losrappt. Ich bin erstaunt und da ich in meiner eigenen Musikwelt lebe, erkenne ich nicht Drakes “Hotlinge Bling” und werde nach dem Konzert aufgeklärt, dass dieser Song nun eben nicht von Cinemagraph stammt. Wieder was gelernt. Vor allem, wie viel Spaß ein kleines Konzert doch macht. Nach “Baby Where You At” trifft man sich an der Bar. Was kann es schöneres geben? (rb)

*** Turbostaat (13.2.,Rote Flora) Wie geil ist das denn bitte? Spontan-Konzert von Turbostaat in der Roten Flora? Und dazu soll es an diesen Abend hauptsächlich um Schwäne und Flamingos gehen? Großartig! Das Ganze, typisch für die Rote Flora, natürlich ohne Vorverkauf. Somit haben wir uns mit Stühlen, Musik und ein paar Kaltgetränken relativ früh zur Roten Flora begeben – mit Erfolg! Wir waren drin! Bevor Turbostaat dann Ihren Teil des Abends mit “M – eine Stadt sucht ihren Mörder“ begonnen haben, gab es als Bonus auch noch ein wenig Düsenjäger, die wir pausenbedingt auch schon ewig nicht mehr gesehen haben. Was sollen wir sagen? Es war eng, warm und die Wartezeit absolut lohnenswert und nachdem der Staat uns mit “Frieda und die Bomben” entlassen hat, konnten wir absolut keine unglücklichen Gesichter entdecken.

*** Razorlight (13.2., Gruenspan) Bevor ich auseinanderbreche, möchte auch ich Razorlight live erleben. Es gibt sie, diese Hits, die man kennt. Viele Bands haben sie, Razorlight gehören dazu. Endlich America live! Wire To Wire! Pünktlich nach der Vorband finde ich mich im Gruenspan wieder und auf der Bühne steht … John Hassal?! Der Bassist von den Libertines?! Und spielt da bereits die letzten Sekunden seines Auftritts. Na, immerhin auch den noch gesehen! Überraschung Nummer eins an diesem Abend. Überraschung Nummer zwei und drei? Johnny Borrel ist nicht älter geworden und hat so viel Bock, dass man es auch noch in der letzten Reihe spürt. Toll! Wirklich! Die Band spielt sich durch ein grandioses Set aus alten und neuen Stücken, die sich gekonnt die Hand geben und am Ende kommt sogar John Hassal nochmal auf die Bühne. Dass die beiden gute Freunde sind, war mir nicht bewusst. Warum sie es sind, kann ich aber nachvollziehen. Beide verbindet eine unfassbare Liebe zur Musik. Ja, das hat man in Hamburg gesehen. Wer es nicht glaubt, war wohl nicht dabei. Also beim nächsten Mal weiß jeder Bescheid! (rb)

*** Turbostaat (14.2., Markthalle) Ja ja, am Abend vorher in der Flora gab’s die alten Kracher. Aber hey, wir hatten die neuen, wir hatten ALLE Hits. Über 20 Songs, zwei Zugaben in der ausverkauften Markthalle, darunter gleich mit mehrere Gesichtern aus der concert-news.de-Ecke. Und jeder am Ende so: war stark!  Frisch gekaufte Ikea-Lampen auf der Bühne zwischen fünf so meganetten Typen und fulminanten Live-Musikanten, feinste Stimmung davor, bis auf einmal, und ja ja, wenn auch auch nicht so eng wie am Abend vorher … (mf)

*** Tom Allan & The Strangest (16.2., Molotow SkyBar) Sie kommen nach Hause. Obwohl sie nicht aus Hamburg kommen. Aber so sagen sie es selber. Ihr Debüt hier in der Stadt aufgenommen, spielen sie zum zweiten Mal im Molotow, dieses Mal oben. Und verkaufen das Ding einfach mal aus. Es ist voll, warm und der ganze Saal scheint auf Betriebstemperatur. Als es losgeht, steht fest: Das Publikum hat Bock! Genau wie Tom Allan & The Strangest! Hier wird sich liebevoll durch das Album gerockt, es gibt Pogo und da Samstag ist, fließt der Alkohol. Eine perfekte Party? Dicht dran! Highlights? “Emergeny Call” und “So High”! Schön war es, hoch flogen wir. (rb)

*** The Streets (18.2., Große Freiheit 36) Mike Skinner is back und bewirbt sich gleich für das Konzert des Jahres. Der Geburtstag des Tourmanagers wurde mit gemeinsamem Crowdsurfen gefeiert, das Publikum mehr als einmal zum Feiern aufgerufen (jaja, Hamburg, nicht immer so zurückhaltend…) und die Mädels setzten “Female Empowerment” getragen auf den Händen des Publikums um. “Dry your eyes”, “Fit but you know it”, “Blinded by the lights” – kein Wunsch blieb offen. Wir sehen uns auf dem Hurricane wieder, das ist gesetzt! (eh)

Brian Fallon - 19.02.2019 - Hamburg | cR*** Brian Fallon (19.2., Markthalle) Der Frontmann von The Gaslight Anthem ist dieses Mal solo da. So richtig solo. Ohne Begleitband. Lediglich mit Gitarre und Piano zwischen denen er munter hin und her wechselt, um seine in neue Gewänder gehüllten Songs zu präsentieren. Er ist nicht der großartigste Pianist, aber ein ganz wunderbarer. So verspielt er sich herrlich charmant und haut eine herzzerreißende Version von “Get Hurt” raus, die (bei mir) noch lange nachwirkt. An der Gitarre sehr versiert, besticht er dort mit der Stimme, die irgendwie gereift ist. Wie sich später herausstellt, hat er das Rauchen aufgegeben. Das macht sich positiv bemerkbar. Neben den vertrauten Liedern, die auch schonmal andächtig vom Publikum, welches übrigens sehr aufmerksam lauscht und nie blöd dazwischen grölt, mitgesäuselt werden, erzählt er aus dem Alltag, dem Privat- und Eheleben und beschert uns einen herrlich kurzweiligen Abend. (cR)

*** Steven Wilson (20.2., Mehr! Theater) Wilson war vor genau einem Jahr bereits für zwei Konzerte in Hamburg aber zurecht war die Halle wieder sehr gut gefüllt. Die Setlist ist bunt gemischt, die Band gut gelaunt, für minutenlange Instrumentals zu haben und bei “The Raven” bleibt gefühlt kein Auge trocken. Wirklich sehenswerte, dreistündige Show von Ausnahmemusikern (auch wenn Wilson sich selbst als “sloppy guitar player” bezeichnet), die man locker jedes Jahr sehen kann – dank Visuals, Sound und Sympathie.  (eh)

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