Der April weiß nicht, was er will? Von wegen. Das sind doch fette fake news. Er will uns auspowern, mit tollen Melodien verwöhnen, ins Schwärmen bringen. Und zwar so:

***LEA (3.4., Große Freiheit 36) Ach LEA, wir legen uns so gern mit dir in den Fahrtwind. Mit jeder Show nimmst du eine neue Etappe in Angriff und beeindruckst mit durchdachten Texten. Mit Geschichten, die das echte Leben schreibt (wenn nicht lieben wir sie trotzdem). Und trotz einer ebenfalls gut geplanten Bühnen Technik, wirkt hier nichts aufgesetzt, sondern jedes Element hebt diese eindringlichen Songs in die Höhe. Aber warum zur Hölle wurde auch bei dieser, an sich grandiosen, Show wieder auf ein Medley, gewürfelt aus Hits unausstehlicher Kollegen, zurückgegriffen? Ja, klar Wincent Weiss, Max Giesinger und auch Körner machen das. Aber die haben es eben auch irgendwie nötig. Hier war es einfach mal fehl am Platz, es sei denn man hat einen Clown gefrühstückt und sein Niveau verliehen. Verstehen wir nicht. Sehen wir aber drüber weg. Und hauen uns lieber direkt wieder einen feinen Ohrwurm der neuen Songs, wie “Kaputt” in den Kopf. Schön. Unfassbar schön. Wir könnten direkt in die nächste Runde starten. (tki) 

*** Querbeat (6.4., Docks) Die Brasspop-Band überraschte das Publikum mit Konfetti-Kanonen und sie besteht wirklich aus 13 Bandmitgliedern. Diese Zusatzshow war sogar ausverkauft. Also wenn ihr gerne Karneval-Musik oder Blechblasinstrumente liebt, dann wird euch diese Band begeistern. (fs)

*** Lejo (7.4., Nochtwache) Seine EP ließ noch einiges offen. Hier und da fehlte der letzte Funke. Newcomer eben. Die tasten sich erstmal langsam ran. Denkste! Denkste eben falsch! Auf der Bühne nahm er so richtig Fahrt auf und überzeugte auf ganzer Linie. Stark, was dieser charismatische Herr mit jedem einzelnen Song an Power auf die Bühne brachte. Da waren nicht nur wir völlig von der Rolle. Selbst Lejo war so ziemlich sprachlos. Nicht nur, dass seine erste Show bei uns ausverkauft war, nein, die Nochtwache bebte förmlich. Liebe Grüße auch an den Herrn Papa, die Tante und den Rest der Familie, die zusammen mit uns den Abend zu einem ganz besonderen gemacht haben. (tki)

*** James Blake (7.4., Victoria Warehouse, Manchester) Wenn James Blake in diesem wilden April nicht zu uns kommt, müssen wir eben auf die Insel. Er entzückt, auch wenn er das ganze Set über nur am Piano sitzen bleibt. Egal. Ein Künstler für den ich überall hinreisen würde. 90 Min. abtauchen in das elektronische Hirn eines beherzten Songwriters. Great. (tk)

*** Declan J Donovan (8.4., Häkken) Klein, aber oho! Die Stimmung im Häkken hätte nicht besser sein können. Seine Stimme ist einfach einzigartig, besonders in den reduzierten Momenten, wo er alleine auf seiner Gitarre spielte. Oh, was haben wir diese genossen. Unser wirkliches Highlight war allerdings Jack Turvey, der als erster die Bühne betrat. Wahnsinn. Seine Hände so zittrig, dass wir schon über wiederbelebende Maßnahmen nachgedacht haben. Also nur für den Fall der Fälle, dass seine Nervosität ihn den Kopf kosten würde. Fünfter Auftritt, da ginge es uns wohl nicht anders. Aber dieser Typ spielte und spielte und spielte so berührend und verfehlte keinen einzigen Ton. Stattdessen sorgte jeder Song für unfassbare Gänsehautmomente. Einzig nervig, dass es zwei Supports brauchte, weshalb auch immer. Wir hätten auf den zweiten getrost verzichten können, der Name der Lady ist uns auch direkt wieder entfallen. (fs / tki)

*** Stavroz und Stimming (10.4., Mojo Club) Der Fehlinformation aufgesessen, dass der stets umtriebige DJ Stimming an diesem Abend gemeinsame Sache mit Stavroz macht, bin ich zunächst verwirrt, dass sich alle Acts nacheinander das Zepter in die Hand geben. Der guten Stimmung tut es aber keinen Abbruch. Stavroz proben trotz ihres elektronischen Backgrounds das große 1×1 der großten Rockstargesten, Stimming bringt die Meute mit ordentlich Druck bis kurz vor Mitternacht geschlossen zum Tanzen. Nicht schlecht für einen Mittwochabend. (dar)

*** Amyl and the Sniffers (11.4., Molotow) So viel wie sich die nimmermüde Sängerin Amy Taylor auf der Bühne bewegt, bekommen wohl nur die wenigsten in einem ganzen Monat hin. Die Australierin wirbelt, schreit, springt und grölt sich Song für Songs durch ihr 45-Minütiges Set. Pausen zum Verschnaufen? Ansagen zwischen den Songs? Geschenkt! Purste Riot-Grrrl-Energie, die sich komplett auf das Publikum überträgt. (dar)

*** Julia Jacklin | Olympia  (11.4., Molotow Sky Bar) Julia Jacklin und Olympia kommen aus dem weiten Australien zu uns. Olympia alleine mit Gitarre und einer Stimme, die wir noch lange hören werden. PJ Harvey bekommt eine Mitstreiterin. Eine fantastische und unterhaltsame Künstlerin. Julia Jacklin tritt mit ihrer Band auf die Bühne und die letzte Schnasselschnute hält ihre Klappe. Die Sky Bar zum Zerbersten voll, singt Lady Jacklin ihr Leid, ihre Freude und ihren Schmerz in uns rein. Ganz benommen von diesem intensiven Abend schlendern wir an den Resten vom o.g. Konzert vorbei und sind happy, ganz ohne Tanzen und Ausflippen. (tk)

*** Daughters (13.4., Hafenklang) Ausverkaufte Konzerte sind immer ein zweischneidiges Schwert, geht die Füllung der Konzertlocation doch meist zulasten der Atmosphäre. Nicht in einem Herzensladen wie dem Hafenklang bei einer einzigartigen Band wie Daughters. Egal ob man etwas von der Bühne sieht oder nicht – jeder einzelne Besucher wird hier kurzerhand von einem unfassbar lauten, wütenden und unkontrollierten Hardcore-Noise-Monster überrollt. Ein Konzert wie ein Trip in die Abgründe der Seele – und das im allerpositivsten Sinne. (dar)

Dean Lewis live @ Docks, Hamburg, 10.04.2019

*** Fye & Fennek (14.4., Mojo Jazz Café) Ich bin zum ersten Mal im Mojo Jazz Café und bin verwundert, dass hier Bands spielen. Der Aufbau des Clubs ist nicht wirklich dafür gemacht. Aber nun ja …. Ein Sonntag Abend und Fye & Fennek sind in der Stadt. Neugierig bin ich geworden durch den Track Sadelite. Beziehungsweise das Video. Und so plätschert der Abend an mir vorbei. Bis zu erwähntem Song. Ich horche auf, genieße den Song und merke erneut, bei einigen Bands ist es sinnvoll, sich im Vorfeld intensiver mit dem Songkatalog zu beschäftigen. Also ihr Lieben, bis zum nächsten Mal! (rb)

*** Comeback Kid (22.4., Logo) Schon zu Beginn des Abends war man einfach mal überwältigt, es ging Los mit Sharptooth aus Baltimore, Maryland. Mit so einen gewaltigen Start hat niemand gerechnet. Laut eigener Aussage das erste mal in Deutschland, wir freuen uns auf ein wiedersehen. Weiter ging es mit JESUS PIECE, auch ein Kracher, im persönlichen Empfinden jedoch nicht ganz so gut wie Sharptooth. Nachdem No Turning Back ( NL ) die Bühne geentert haben war es dann aber jedoch schwer das Hightlight des Abends zu bestimmen. Doch dann: “False Idols Fall”, “Surrender Control”, “Die Knowing” und zum Abschluss “Wake the Dead”. So konnte natürlich der Headliner, mit einer gesunden Mischung aus alten und neuen Songs, Highlight des Abends ganz klar: Comeback Kid! Und das beste: Laut Aussage des Sängers Andrew Neufeld kommen sie schon im November zurück nach Hamburg. (ds)

Meadows live @ Nochtwache, Hamburg, 11.04.2019 Copyright Doreen Reichmann Photography, 2019, all rights reserved*** Teenage Bottlerocket (23.4., Molotow) Ja, es gab ein, zwei Füller, es gab es auch zu viel Fußball auf dem Handy, doch am Ende machten die Pop-Punk-Könige alles richtig und zockten sich Hit auf Hit, von “Skate Or Die” bis “They Call Me Steve”, mit einem Ramones-Cover und manch Blödelei noch tiefer in unsere Herzen. (mf)

*** Donots (25.4., Mehr! Theater) Birthday Slam. Donots. 25 Jahre! Anheizer sind Itchy und Anti-Flag. Und tatsächlich sind diese schlau gewählt. Itchy nehmen mich mit auf eine Reise in die Vergangenheit, da waren sie noch Itchy Poopzkid. Und auch die neuen Songs machen Spaß und Lust auf den Abend. Bei Anti-Flag mache ich die erneute Erfahrung, dass es vielleicht besser ist, sich im Vorfeld mit dem Songkatalog einer Band zu beschäftigen. Sie sind wütend, etwas zu wütend für mich an diesem Abend. Zeit für Nachschub von der Bar. Und dann, endlich: Die Donots kommen auf die Bühne, der leere Plastikbecher trifft den Boden und die Männer aus Ibbenbüren machen alles richtig. Sie zocken sich durch ein Set der vergangenen Jahre, dadurch überwiegen die englischsprachigen Songs, was mir durchaus gefällt! Und es gibt sie natürlich, die Highlights. Diese sind gewiss subjektiv wahrzunehmen, aber das Meer aus Knicklichtern ist eines davon! Bilder, die an die Coldplay-Tournee im Jahr 2012 erinnern. Und das im Mehr! Theater! Als für mich das Konzert mit So Long endet, bin ich mir zweier Dinge sicher. Mit Frank Turner wäre es noch schöner gewesen und den Donots werde ich weiterhin folgen. (rb)

Adam French live @ Nochtspeicher, Hamburg, 12.04.2019 Copyright Doreen Reichmann Photography, 2019, all rights reserved*** Pascow (28.4., Docks) Die schier unerträgliche Hitze im Docks lässt das draußen tobende Regenwetter sofort vergessen. So ganz unschuldig sind Pascow daran nicht: Die Band gibt von der ersten Sekunde an Gas und spielt sich quer durch ihre Diskografie, Stagediving-Einlagen inklusive. Wer diesen Gig nicht verschwitzt bis auf die Unterbuxen verlässt, hat etwas falsch gemacht. (dar)

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