Das Video zu “Half Pure”, die Single der schottischen Band The Ninth Wave, versetzt uns in einen verwirrt-neugierigen Gemütszustand. Das Geschehen dort mutet an wie ein Konzert mit Performance, das schlussendlich in einem blutbesudelten Höhepunkt sein Ende findet. Zurück bleiben erstarrte Musiker, blutbespritzte Models und ein depressiv wirkendes Publikum.

Eine extreme Verbildlichung der Musikrichtung dieser Band aus Glasgow. Einerseits sweet-catchy Gesang von Frau und Mann und ein Schimmer von Dreampop,  dann aber Krach, Getöse und Blut. Bandleader Haydn Park-Patterson, berichtet in Interviews davon, wie gerne die Band The Cure und Interpol hört, und wie es sich im musikalisch-wilden Glasgow einfach ergeben hat, das parallel besuchte Konzerte, zu einer Bandgründung führten.

Erfrischend eigenwillig diese junge Band im Indie-Glamour-Goth Bereich, die das macht was sie will, ohne offensichtlich an Verkaufszahlen zu denken. Das Debut Infancy erscheint in zwei Teilen,am vergang sechs Songs auf rotem Vinyl, am 15. November dann blaues Vinyl mit den restlichen Songs. Wer das live sehen und in der Hand halten will, muss am Mittwoch, den 8. Mai zu den Blinders ins Molotow. The Ninth Wave sind die Vorspeise für den rockigen Hauptgang an diesem Abend.

Für die Band ist das Molotow ein Ort der Wiederkehr, bereits 2018 waren sie im Frühjahr und beim Reeperbahnfestival hier auf der Bühne. Alternativ sind sie noch am 23. Mai im Nochtspeicher zu erleben, als support für Yonaka. (tk)

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