Oh, wie gut können wir uns noch an diesen kleinen Auftakt im Reichshof erinnern. Irgendwo hinter verschlossenen Türen stolperten wir zur Bar hinein, wo Donskoy eins mit dem Klavier wurde und wir quasi fast wieder den Rückwärtsgang eingelegt hätten. Weil, ja weil dieser Typ uns einfach so überwältigt hat mit seiner genialen Stimme und dieser nicht greifbaren Energie, die den Raum für sich beansprucht hat.

Die meisten kennen ihn wohl vor allem aus “Sankt Maik” oder dem “Tatort” und klar so einige Schauspieler sehen sich als Multitalente, obwohl sie eher Nullnummern auf den Gebieten außerhalb ihrer Rollen sind, allen voran in der Musik. Aber Daniel weiß was er tut, was er kann und wie sich das zu trennen gilt. Und gerade die Musik steht in einer viel kontrastreichen Bedeutung als seine Schauspielrollen.

“Die Leidenschaft spüre ich in der Rolle, aber das Prozessieren, wenn ich es mir angucke und mich selber kritisiere, ist eine komische Subebene. Das ist alles nicht meins, nicht meine Geschichte.”, so Daniel Donskoy (hier geht’s zum ganzen Interview).

In der Musik ist es hingegen seine Geschichte. Eine, die hier einen Ausdruck seiner ruhigeren, sensibleren Seite findet. Doch eines bleibt, trotz teils trauriger Songs, auf ganzer Linie gleich: Seine völlig aufgedrehte, schusselige Art. Eine Möwe auf Speed stinkt gegen Donskoy klar ab. Zurecht fragt man sich, was wirft Daniel bloß morgendlich ein (Drogen schließen wir natürlich klar aus).

“Leider bin ich total unkoordiniert, falle um und bin schusselig. Das ist richtig schlimm eigentlich, weil ich verliere jede Woche irgendeinen wichtigen Gegenstand. Meine absolute Spezialität ist es im Carsharing Auto Sachen zu vergessen”, seine Mitmenschen nehmen ihm prophylaktisch vor Shows sogar seine Sachen weg, wie er uns erzählte.

Aber die größten Musiker hatten ja alle ihre eigene Klatsche. Wir sehen das also eher als donskoysche Stärke und können euch versichern, dies ist der Anfang von einer sehr genialen und großen Reise. Und vielleicht entsteht auch gerade hier diese Intensität, dieses Kraftvolle jedes einzelnen Songs, indem er sich eben nicht in dem traurigen Singer-Songwriter Image suhlt, sondern eine Type ist, wo seine melancholische Seite ganz zum Fahrwasser seiner Musik wird. 

Nachdem er für einige Shows mit LEA unterwegs war und gerade erst seine erste Platte “Didn’t I Say So” an Start gebracht hat, ist es am 1. Oktober endlich soweit. Da beglückt uns Donskoy im Bahnhof Pauli. Hardcore-Fans üben sicher schon den “Should I Give Up On Love” Move. Wir sind von Natur aus koordinationslos, zumindest was solche extravaganten Tanzeinlagen angeht, aber wer vor stocksteifer Präsenz zurückschreckt, sollte mal einen Blick ins Video wagen. (tki) 

 

Share.

Comments are closed.