Der Juni bescherte uns wunderschöne laue Sommerabende, Freiluftveranstaltungen inklusive Urlaubsfeeling und jede Menge Musik:

*** The Good, The Bad & The Queen (3.6., Große Freiheit 36) Damon Albarn und Band spielen einfach mal ihre zwei Alben fast komplett hintereinander durch und lassen ihre Fans mit offenen Mündern zurück. Da können sich die sonst leider so verbreiteten 75-min-Bands wirklich mal was abschauen. (eh)

*** Alice In Chains (4.6., Stadtpark) Ja, der Sound war fast überall zu leise (vorne links war okay), und ja, die Schlangen an den Bierständen waren erbärmlich lang. Aber sonst? Gänsehaut. Innere Euphorie. Komplett großartig. Mir einem Sänger, der live kann, einer Band, die … verdammt, Alice In Chains!, und Songs, die zum Beispiel „Bleed The Freak“ und „Them Bones“ und „Down In A Hole“ und „No Excuses“ und „We Die Young“ und „Man In The Box“ und „Would?“ und „Rooster“ hießen. Überragend. (mf) *** Black Rebel Motorcycle Club (4.6., Stadtpark) Zu den großen Meistern hat mein Vorschreiber genug geschwärmt. Ich schwärme viel mehr für die good old Alternative Rocker in den schwarzen Lederjacken. Zu früh angefangen, aber Erwartungen erfüllt, krachig (wenn auch ein bisschen leise), düster, rockig und manchmal sogar mit einem Lächeln unter der dunklen Sonnenbrille. Danke. (tk)

*** The Tallest Man On Earth (4.6., Laeiszhalle) Immer wieder verblüffend, Musiker zu sehen, die nur mit ihrer Gitarre und Stimme und ohne großes Tamtam einen großen Saal ausfüllen können ohne dass einem auch nur eine Minute langweilig wird. Großartiger Livekünstler, tolle Setlist, wunderschönes neues Album. (dr)

*** Foals (5.6., Große Freiheit 36) Was für ein Abriss! Die Band hat durchgespielt, das Publikum durchgetanzt. Sensationell! Eine Sauna namens Große Freiheit… hoffentlich im Herbst Part 2! (eh) *** Red City Radio & Mobina Galore (7.6., Booze Cruise Festival) Booze Cruise heißt, dass eine Band wie Red City Radio auch zweimal an einem Abend spielt und man sie so im Hafenklang und später trotzdem Mobina Galore im Molotow sehen kann. Die einen mit der bekannten Euphorie, komplett sympathisch und zwischendrin mit einem famosen Green Day-Cover. Die anderen irgendwie verkopfter als erwartet und nur super. Nicht mehr. Dazwischen zockten noch Shoreline aus Münster im Golden Salon ihren aufregenden Post-Punk plus mehr – und auch Kali Masi spielten an diesem Freitag. Und hätte man ihre wunderbare neue Platte da schon gekannt, was durchaus möglich gewesen wäre, hätte man sich die ganz sicher auch angeschaut. (mf)

*** Death By Stereo (13.6., Logo) Man braucht nicht immer einen vollen Club, für einen tollen Abend. Manchmal reichen auch Liebe, Leidenschaft und derber Hardcore. (mf) *** Benne und Michael Schulte (15.6., Hafenfest Wedel) Bevor Michael Schulte als Headliner auftrat, spielte uns Benne mit seiner Band ein kleines Konzert. Die Kulisse war dort wunderschön, denn die Bühne befand sich direkt neben der Elbe. Während die Musiker sangen, hupten öfter die vorbeifahrenden Schiffe. Bei Michael Schulte war ganz Wedel als Publikum vertreten und sie waren begeistert. Als krönenden Abschluss gab es noch ein Feuerwerk. (fs)

*** Hurricane Festival (21. – 23.6., Scheeßel) Sensationelles Wetter tröstet über das suboptimal über die drei Tage verteilte und eigentlich doch so tolle Line-up hinweg. Aber wieso spielen Tame Impala, wenn man nach einer Arbeitswoche die Augen nicht mehr offen halten kann? Und wieso The Streets, Interpol, The Cure und die Foo Fighters alle an einem Tag hintereinander, sodass man an den anderen beiden Tagen außer essen und trinken wenig zu tun hat? Anyway, Mike Skinner funktioniert auch tagsüber im Hellen, Interpol etwas knarzig im Sound, aber dennoch sehenswert und The Cure wunderbar gut aufgelegt und wieder mal mit all ihren Hits. Allein dafür hat sich das Ticket gelohnt. (eh)

*** Abwärts (21.6., Schanzenzelt) Punk is not dead. An diesem Abend wird das sehr laut und deutlich gemacht. Mit auf der Bühne auch mal etwas alte Besetzung (Gitarrist Elf, Slime), ausgezeichnete Musiker, beste Punkrockstimmung und Starts in den ersten Reihen. Hits, Neues und ein wirklich angenehmes, glückliches Publikum. Kein einziges Smartphone gesichtet. (tk) *** Take That (24.6., Stadtpark open-air) Wer auf die merkwürdige Idee gekommen ist, eine Boyband, die bekannt für ihre überladenen Shows mit Tänzers, Outfits und Bühnendeko ist, im Stadtpark einfach nur mit Band auftreten zu lassen, bleibt ungeklärt. Nach anfänglicher Irritation über die etwas fehlplatzierten Zirkus-Outfits der drei verbliebenen Alt-Teenie-Schwärme und der ohne passende Umgebung nicht ganz so überzeugenden Tanzeinlagen, folgen ruhigere HIts, bei denen die Drei ganz ohne Bandbegleitung zeigen, dass sie tatsächlich auch etwas von ihrer Musik verstehen. Was nach 30 Jahren Karriere aber auch kein Wunder ist. Diese 30 Jahre werden in (traurigerweise nur) 90 Minuten untergebracht und irgendwie freut man sich ja doch, die alten Songs noch mal mitzusingen. Never forget! (eh)

*** The Interrupters & Not On Tour (27.6., Markthalle) NOT hatten nur anfangs mit dem Sound zu kämpfen, der Rest war feiner Punkrock alter Schule mit Tilt-Momenten und  feinen Hits wie “Lost And Found” oder „Therapy“. Danach spielten The Interrupters wahrscheinlich das Konzert des Jahres: Klare Ankündigungen gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie, Aimee Interrupter mehr im Graben als auf der Bühne, dazu einen extra-motivierte Band, die Hit auf Hit zockte und ein komplett feierndes Publikum inklusive surfendem Rollstuhlfahrer. Und nicht mal zu heiß war es in der seit Monaten ausverkauften Halle. Perfekt. (mf)  *** Laing (28.6., Schanzenzelt) Grandiose Sängerinnen machen eine gute Show mit sehr weisen Texten. Tanz und Freude im Zelt. (tk)

Share.

Comments are closed.