Album der Woche: Jamie Lenman

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Der Typ? Ein Verrückter. Aber ein Künstler. Einer, der Bock hat, der will, der macht. Der einfach macht und richtig macht. Jamie Lenman. Früher war er mal der Sänger von Reuben, jetzt hat er eine dritte Solo-Platte am Start und die hält mehr, als sie bereits versprach. Und sie versprach einiges.

“Shuffle” wird ein Cover-Album. Das wussten wir schon. Unter anderem mit einem Cover von Adamskis “Killer” und, jetzt wird es spannend, der Titelmelodie von “Popeye”. Denn “Shuffle” ist eben kein normales Cover-Album, es enthält auch die Lenmanschen Versionen von Filmsoundtracks  Videospielmusik oder einem Kapitel aus einem Buch. “Ich wollte immer eine Cover-Platte machen”, sagte Lenman schon lange vor der Veröffentlichung. “Einige dieser Interpretationen trage ich bereits seit dem Beginn meiner Solokarriere mit mir herum, dieses Album ist ein echtes Karriereziel für mich. Nach meinen normalen Soloplatten ‘Muscle Memory’ und ‘Devolver’ fühlte es sich richtig an, jetzt dieses Experiment zu wagen.”

Experiment. Das passt. Nichts anderes macht er hier. Und das macht er eben überragend spannend. In dem er den Songs ein neues Outfit verpasst, ohne ihnen die Seele zu nehmen. Bestes Beispiel: “Hey Jude” von den Beatles, das Jamie Lenman hier in ein unglaublich wuchtiges, kaputtes Postrock-Gewand gesteckt hat. Was erschreckend großartig klingt. Gleiches gilt für das andere Beatles-Stück auf “Shuffle”, gilt auch für “Tomorrow Never Knows” als fast schon steiniger Indierockbrocken. Aus Cyndi Laupers “She Bop” wird später Punkrock, aus “Popeye” Hardcore mit Pieps, “Moby Dick” wird gesprochen, “Taxi Driver” ist so was wie Blues.

Und sonst so? Manches sind schlicht wirre, verwirrende Sounds, anderes kann man nicht mit dem Original vergleichen. Weil man das Original nicht anders kennt. “Ich habe zum Beispiel Songs von komplett unbekannten Bands gecovert, mit denen ich aufgewachsen bin.” Und als ob das nicht reicht, gibt es mal ein Zitat hier, ein Soundschnipsel dort als Intro, einen Wink ohne Zaunpfahl und ein paar Momente, die man spontan skippen möchte. Nicht shuffeln. Es dann aber doch nicht tut, weil man merkt: Passt doch, ist schlimm, aber geil. Und gibt es bei geilesvinyl.de. (mf)

PS: Am 23. Oktober spielt Jamie Lenman mit Black Peaks und Phoxjaw im Headcrash.

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