Die Konkurrenz hatte es in sich. Denn heute kommen unter anderem neue Alben von City And Colour, Nick Cave & The Bad Seeds oder auch Velvet Volume und Lagwagon. Doch das beste? Haben The Menzingers gemacht. Album der Woche, ganz souverän und hoch verdient. “Hello Exile” ist damit das bereits zweite wundervolle Album der Band aus Philadelphia.

Das zweite? Skandal, Idiot, was redet der da? 

Vor zwei Jahren erschien “After The Party” – und war wundervoll. Ein Monster von Album, ein tatsächliches Meisterwerk mit meisterhaften Songs wie “House On Fire”, “Midwestern States”, “20’s (Tellin’ Lies)” oder “The Bars”. Fanden viele, fand ich, finde ich. Doch während ebenso viele schon die Platten davor abfeierten, Platten wie “Rented World” oder “On The Impossible Past”, fand ich die ja nur nett, maximal gut. Solide zwischen Indierock und Punkrock.

Solide? Skandal, Idiot, was redet der da? 

Zwischen Indierock und Punkrock kommt auch “Hello Exile”. Doch das hier ist das Gegenteil von solide, “Hello Exile” besitzt grandiose Lieder. Emo mein Freund, ohne Emo zu sein. Doch genau das ist es, The Menzingers berühren, ganz oft, fast immer. Mit wunderschönen, eindringlichen, intensiven Liedern. Man könnte sie vielleicht Kumpel-Emo nennen? Wir denken da mal drüber nach. Vielleicht während wir genießen, vielleicht auch danach. Nach “Hello Exile”. Von The Menzingers. So gut, so schön, bitte nicht stören.

The Menzingers liefern hier einfach grandios ab, verpacken ihre Geschichten, ihre persönlichen (hallo Alltag, hallo Alkohol) wie politischen (hallo Amerika), in wunderschöne, verdammt  noch mal sehr wunderschöne Lieder. Die sind bei aller Melancholie und Schmerz im Herzen für immer Punk, musikalisch aber eben auch mal das Gegenteil. Bruce Springsteen, The Gaslight Anthem, Kumpel eben. Kumpel-Emo. “Strain Your Memory” oder “High School Friend”, auch “Anna” oder “I Can’t Stop Drinking”. Hartes Zeug, weiches Zeug. Am Ende beeindruckendes Zeug.

Produziert hat übrigens Will Yip (Defeater, La Dispute, Pianos Become The Teeth, Mannequin Pussy, Quicksand, Bouncing Souls), beheimatet ist das Album Epitaph Records. Am 25. Januar 2020 spielen The Menzingers im Gruenspan. (mf)

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