„Unter der Haut eine überhitzte Fabrik“. Fertig. Alles gesagt. Weil Albumtitel des Jahres. Und unter der Raumschiff Orion-Artwork-Verpackung so? Steilvorlage für alle Locas In Love-Liebhaber*innen ist natürlich Stefanie Schranks unverwechselbar angenehme Stimme. Eine, die einerseits stets im Nirvana zu verschwinden droht(e), während sie hier solo wiederum exakt das tut, wovor zum Beispiel die ähnlich getakteten Humpe & Humpe seinerzeit auswärts der Achtziger in hohem Tempo davonzulaufen schienen: Spannende Geschichten andeuten, die sich in einem sehr hohen Anteil aus ungefilterten Beobachtungen speisen.

So fühlt sich „Unter der Haut eine überhitzte Fabrik“ (VÖ: 27. September) manchmal tatsächlich wie eine Fahrt in einem Miniatur-U-Boot an. Wer dabei an einschlägige B-Movies denkt und an eine Jules Vernesche Reise durch den menschlichen Körper, liegt ganz schön falsch aber nicht vollends verkehrt. Denn die elf sparsam arrangierten Lieder nehmen sich viel lieber Gänsehautplantagen, Staubkörner auf Nischen-Mobiliar oder brüchigen Asphalt als Kulisse. An Momenten wie den ersten Sekunden von „Stadt unter der Stadt“ könnte sogar eine Ikone wie Anne Clark Gefallen finden.

„Unter der Haut eine überhitzte Fabrik“ bedeutet auf gesamter Länge eine geheimnisvolle, bisweilen höchst surreale Fahrt. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Elektromusiker Lucas Croon, dem ganz kongenial akzentuierte Arrangements gelingen, die ebenso Sommertau in eisige Flächen zu verwandeln imstande scheinen, als auch Frühlingstage in eine glodernde Lut.  Am 24. November gastiert Stefanie Schrank in Hamburg. Den Ort reichen wir nach. Er liegt gerade noch im Hochnebel. (kel)

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