Am 19. Oktober präsentieren wir euch Niels Frevert im Mojo Club. Das alleine wäre vielleicht weniger wert. Hätte, ja, hätte Niels Frevert nicht vor wenigen Tagen ein Album unter gleißendem „Putzlicht“ zur Welt gebracht, das am Thron der schwarzen unendlichen Rille des Jahres ähnlich heftig rüttelt wie einst Pre-Kanzler Schröder am Tor seines herbeigesehnten Amtes. Apropos Amt und Sehnsüchte: Die überamtliche Portion Empathie auf „Putzlicht“ fließt gleich durch „Immer noch die Musik“, bevor es weitere neun Kapitel entlang eine Straße vieler (und in wenigen Momenten sogar ganz ohne) Worte hinunter mäandert.

Und natürlich hat Andreas Borcholte auf Spiegel Online recht, wenn er sich an Springsteen-Momenten entlang geleitplankt fühlt. Das passiert zum ersten (doch beileibe nicht zum letzten) Mal auf „Putzlicht“ bereits nach achtzig Sekunden, nimmt somit wenig überraschend auch Thees Uhlmann und (sic!) Bosse-Follower mit. Und wer Niels Frevert immer schon einen Typen rief, hat jetzt auch noch den charmantesten Macker der ganzen Stadt am Start. Mindestens einer der anderen Kandidaten wohnt ja in Berlin.

Wo ein Stück wie „Leguane“ vielleicht vor ein paar Jahren noch im Arrangement leise zu Boden gesunken wäre, dreht Niels Frevert hier eine vehemente Extrarunde, die sogar in der Sporthalle bis zur gegenüberliegenden Stirnseite ausreichen würde. „Putzlicht“ hat dann in seiner zweiten Hälfte auch moderate Momente, keine Frage. Von einer krachenden Textzeile wie „Ich sah dich bremsen für ´ne Kröte, aber niemals für ´ne Wand“ zugegeben mal abgesehen. In allen von ihnen steckt jedenfalls mindestens ein Doppelherz, wie damals in der unvergessenen TV-Werbung. Jenes hatte immerhin 17 Volumenprozent Alkohol. Eine ähnlich berauschende Wirkung geht auch von diesem wahnsinnig schönen Album aus.

Und gewinnen? Ihr schreibt uns eine Mail mit eurem kompletten Namen und dem Betreff “Putzmittel” an verlosung(at)concert-news.de (Teilnahmebedingungen). Viel Glück. (kel)

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