Künstler*innen die solche schmierig schönen Kunstglocken wie im „Schokoladenbrunnen“ arrangieren, traten zuletzt in Tommys Pop Show auf. In der Playback-Jahresausgabe aus der Dortmunder Westfalenhalle kurz vor Weihnachten 1986. In Wahrheit ist gerade das erste Albumdrittel inhaliert und „Yvon im Kreis der Liebe“ längst mit allen im Raum befindlichen Lavalampen verschmolzen, die nicht bei drei an den Bäumen hingen. Verneigung längst bis der Kopf den Tanzflurboden berührt. Für Lieder wie „Nikotina Turner“ (kann man sich eigentlich gar nicht ausdenken), für Hildegard Knef-Bilder im Kopf, für Erobique & Palminger als nonchalante Präsentatoren.

Mit traumwandlerischer Sicherheit destillieren Yvon Jansen und ihre beiden Mentoren das Beste aus allen verfügbaren Jahren Chanson, Swingerclub, Ausflügen mit Spanky, lässig-melancholischer Mitte, Düften aus den späten Sechzigern und frühen Siebzigern, Eiskugeln vom Italiener und anderen kreisrunden Anordnungen diesseits und jenseits von Mutter Natur. „Elf Songs, so ähnlich und so verschieden wie die Finger einer Hand“, beschreiben die Herausgeber*innen dieses Retropamphlets sich derweil selbst. Und wer bis heute seine Platten niemals unterhalb einer Garantiedauer von einer mindestens über allen Dingen erhabenen Ewigkeit kauft, ist hier zum unmittelbaren Zugriff verpflichtet. „Yvon im Kreis der Liebe“: 18. Oktober | Nachtasyl | Das Konzert ist bereits ausverkauft. (kel)

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