Im feschen Jogginganzug ein schnuckeliges Wohnzimmerkonzert genießen oder lieber aufgebrezelt in den Club abtauchen? Keine leichte Entscheidung? Geht uns genau so und deswegen freuen wir uns umso mehr, dass unser lieber Freund FALK am 22. November einfach beides kombiniert und eine fette nachträgliche Releaseparty im Kukuun schmeißt – eben Wohnzimmer- meets Clubkonzert.

Wir haben uns nicht nehmen lassen mit ihm über die Familie zu sprechen und passend zu seinem neuen Video „Stille“ direkt mal hinterfragt, was die eigentlich für ihn bedeutet. Aber lest selbst.

Wie fühlt es sich an solo und mit deutschen Texten unterwegs zu sein? Hat dieser Wechsel dich auch in irgendeiner Weise verändert?
Das fühlt sich sehr gut an, weil überall wo ich hinkomme, das Feedback zu den deutschen Sachen durchweg positiv ist. Die englischen Sachen liegen ja auch schon zwei drei Jahre zurück und viele kennen die Sachen gar nicht. Bei größeren Events habe ich immer meine Band dabei, von daher gibt es da keine Veränderung, das fühlt sich noch genauso an. Kleinere Konzerte spiele ich oft im Duo mit Julian an der Gitarre und hin und wieder gibt es die ganz kleinen Konzerte, wo ich dann alleine spiele und die sind oft sehr spannend, weil ich dort viel ausprobiere, heißt ich teste neue Songs oder spiele die Songs, die es sonst nicht so oft auf die Bühne schaffe.

Grund für den sprachlichen Umschwung ist deine Tochter. Bekommt sie eigentlich musikalische Früherziehung?
Nein, noch nicht so richtig. Wir singen und tanzen viel zu Hause. Und sie erfindet gerne ihre eigenen Lieder. Vielleicht sind das die ersten Zeichen. Aber Unterricht am Instrument hat sie noch keinen. Ich denke in den nächsten ein zwei Jahren, werde ich versuchen, ihr die Gitarre ein bisschen näher zu bringen.

Wie würdest du deine stilistischen Merkmale beschreiben?
Die EP bewegt sich im Pop/Rock Bereich mit sehr eingängigen Melodien. Live rocken wir sehr gerne nach vorne und spielen auch gerne mal Songs, die nicht so mainstreamig sind. Grundsätzlich ist meine neue Musik erdig – ehrlich – echt. Mit viel viel Authentizität. Das ist mir sehr wichtig, dass das Ganze nicht irgendwie aufgesetzt ist.

Welche Inspirationsquellen haben deine aktuelle EP “Nie wieder allein” geprägt?
Das ist ganz klar meine Frau und meine Familie. Irgendwo in dieses Songs findet man uns immer wieder. In Titeln wie „Alles wunderbar“ oder „Komm schon“ sehr detailliert und in anderen Songs etwas allgemeiner, so dass der Zuhörer sich dort auch wiederfinden kann.

Bist du eher ein geradliniger Typ oder gehst du auch gerne Umwege?
Bei all den Sachen die ich mache, sei es mein eigenes Projekt zu managen vom Booking, über die Produktion, über die Fotos oder Auftritte. Oder die Knack den Krebs Konzerte, die ich von vorne bis hinten aufziehen muss. Das geht alles nur geradlinig, sonst würde ich mich da verlieren. Klar brauchen einige Dinge mal etwas länger und dafür muss man dann Umwege gehen, aber selbst da, arbeite ich geradlinig, weil alles was bei mir nicht auf Anhieb klappt, auf Wiedervorlage kommt und ich es dann ein paar Wochen später erneut angehe oder manchmal auch ein Jahr später erneut versuche. Klang das jetzt logisch?

Wie gehst du mit Schicksalsschlägen um?
Das ist ganz unterschiedlich und hängt, glaube ich, im Grunde davon ab, wie nah ich dieser Person war. Der letzte Verlust, von meiner Oma, liegt schon 6 Jahre zurück. Das war der Letzte der mir sehr nah ging. Seitdem wurde ich zum Glück verschont von so schweren Geschichten. Aber generell, so wie es der Song „Stille“ sagt. Ich ziehe mich zurück und brauche Ruhe, um zu reflektieren.

Wieso hast du dich im Video zu “Stille” für eine sehr einfache und reduzierte Version entschieden?
Das lag zum einen an der Zeit, die wir für den Dreh hatten. Wir haben alle drei Videos der EP in rund 10 Stunden gedreht. Anfangs sollten alle ein One Shot Video werden, also ein Video, dass keine Schnitte hat.
Mit der Zeit haben sich aber die Ideen hier und da geändert, so dass wir nur bei „Stille“ bei der One Shot Idee geblieben sind, weil das einfach super zu dem Song passte und man so auch wunderbar beim zuschauen auf den Text achten kann.

Was bedeutet Stille generell für dich?
Zeit zum nachdenken und zum runterkommen. Um Dinge auf sich wirken zu lassen und um zu reflektieren.

Interview Tanja Kilian

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