Er, Ian William Craig, ist bekannt für seine experimentellen künstlerischen Arbeiten in der Vergangenheit. Sie, Missy Donaldson, steht für das gefühlt irgendwie genaue Gegenteil: Musiktherapien und ein „Lullaby-Projekt“ mit Wiegenliedern für die kleinen Racker, ihre Mütter und Väter. Egal wie jetzt genau, aber daraus konnten tatsächlich Minor Pieces als Duo in Vancouver entstehen.

Man benötigt nicht sehr viele innere Augen, um sich ungefähr die Prozesse auszumalen, die sich am Ende im ersten gemeinsamen Minor Pieces-Album „The Heavy Steps Of Dreaming“ aufaddierten. Vielleicht wird es Zeit, an dieser Stelle Kante zu zitieren und eine ungefähre „Summe der einzelnen Teile“. Oder ihre Balance zu bewundern, die diese Verflechtungen aus Folk, Songwriting oder glanzvollen Unfertigkeiten auf akustischen Wegen durch unter anderem nackte Brombeersträucher ausgewogen hält.

Ja, einige der generierten Sounds schmerzen, als seien sie Mutter Natur mit viel Hingabe entrissen worden. Für die erste Hilfe im Falle von entstehenden Wunden helfen aber Lieder wie „Brávallagata“, die sich wie Tau statt Spray auf kleine Risse legen. Und die, wie alle weiteren sieben Tracks, einiges an Geduld einfordern. Apropos Zeit nehmen: Besser als im hochgelegenen Nachtasyl kann ein Album namens „The Heavy Steps Of Dreaming“ live wirklich nicht aufgehoben sein. Minor Pieces | 11. Februar | concert-news präsentiert (kel)

Share.

Comments are closed.