Im „Niemandsland zwischen Gymnasiastensprech und Battle-Rap“ haben es sich Kinderzimmer Productions bekanntlich schon längst ungemütlich gemacht. Sechs Alben lang fehlte Nummer Sieben und bitte sehr hier gehen wir in „Todesverachtung To Go“ seit dem 17. Januar. Inklusive sehr gut und spät verstecktem „Hit Me With Your Rhythm Stick“-Zitat. Die Älteren unter uns erinnern sich an Ian Dury & The Blockheads, an zersextem Post-Punk, Klavier und funky Bass. Eines das auch so herrlich symbolisch steht für Übersprunghandlungen zwischen den Genres ohne Wahl.

Exemplarisch für die durchweg geil holprige Stimmung auf „Todesverachtung To Go“ beginnt das Album mit einem „Baeng“, der sich selbst auf der Stelle vertritt, im Loop gefangen allen Sinn für jegliche Destinationen verliert und endlos verhallen würde. Folgte nicht irgendwann dann doch eine atemlose „Attacke“ die natürlich ebenso anders bleibt und im Intro ein frühes Fanta4-Demo sein könnte. Und huch, war da nochmal irgendwas mit Streichern und Trommelwirbel eben?

Hatte darüber hinaus irgendjemand nicht die Hörspiele derer zu Textor Henrik von Holtum und Quasi Modo Sascha Klammt vermisst? Zitate hervorheben würde die volle Tankladung eines Textmarkers benötigen. Schaut blöd aus und ist wahrscheinlich giftig. Wobei letzteres Attribut als Label auf dem Cover seinen Platz ebenso verdient gehabt hätte wie „Es ist Jazz“ oder „Vorsicht Hochspannung“. Dass Fantasma Goria, Flo Mega und Fettes Brot „Es kommt in Wellen“ featuren, ist später übrigens nur ein zusätzlicher posttraumatischer Benefit aus der bisherigen Ära Kinderzimmer Productions. 19. April | Hafenklang (kel)

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