Gestern war es soweit. Gestern erschien “There Is No Other“, das erste Solo-Album von Isobel Campbell seit, Moment, rechnen, rechnen, rechnen. Seit 16 Jahren. Puh. Und puh. Ist das Ding schön. Also wirklich schön. Ohne jetzt die Geschichte und die Diskografie der Frau vollständig und auswendig aufsagen zu können, außer: die war bei Belle And Sebastian, die hat heißen Scheiß mit Mark Lanegan gemacht. Aber trotzdem: puh.

Zwölf eigene neue Songs sind auf dem Album, dazu ein etwas aus der Reihe fallendes Tom Petty-Cover “Runnin’ Down A Dream”, das hier läuft, das gut, aber nicht ganz so wichtig ist. Wichtiger sind: ihre Songs. Diese einfach mal berührenden, zerbrechlichen, sanften, aber nicht saftlosen Songs. Gesungen mit dieser berührenden, zerbrechlichen, sanften, aber nicht saftlosen Stimme. “Vultures” zum Beispiel, da legst dich nieder, da fällste rein, da bleibste liegen. Augen zu, die Gitarren bohren sich ein, die Stimme streichelt das Herz. “Ant Life” hebt einen wieder hoch, plötzlich mischen sich Air ein, lass uns tanzen, liebe Isobel.

Dazwischen bewegt sich das ganze Album. Nennt es Pop oder Folk, es ist egal, es ist: puh. Nicht alles, sicher, aber fast, aber viel. So viel. Das betörende “City Of Angels” gleich am Anfang zum Beispiel, dieses verspielte, sanftmütige Etwas Musik, oder die fast schon psychedelisch angehauchten, diese penetrant schönen “See Your Face Again” und “Just For Today”. Witziger Weise sagt Isobel Campbell selbst: “One word I had in mind for this record was, ‘psychedelic’. A dreamy, otherworldly feel.” Dreamy ist auch gut, passt oft, traumhaft.

Mitgespielt haben übrigens unter anderem Gitarrist Jim McCulloch (Soup Dragons), Keyboarder Dave McGowan (Teenage Fanclub), Elijah Thomsen (Everest), Tiffany Makeda Francisco und Tracy Nelson singen hier und da im Background, Nina Violet spielt Streicher und Klarinette. Wer von denen auch live mit dabei ist, wissen wir allerdings nicht. Sicher ist: Schon am 13. Februar spielt Isobel Campbell im Nochtspeicher. (mf)

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