Hey, wir sind unpolitisch. Sagen viel zu viele Bands. Es geht um Fußball, nicht um Politik. Sagen viel zu viele Fans. Bei uns geht es nicht um … scheiße ist das doch. So. Aber: Muss ja nicht immer, muss ja nicht nur.

Dream Nails haben vor Kurzem einen Song namens “Text Me Back (Chirpse Degree Burns)” veröffentlicht (hier läuft das überragend passende Video dazu), einen wundebaren Indiepoppunk-Hit über: Dating. “Jeder, der jenseits der M25 geboren wurde, weiß dass ‘chirpse’ Londoner Slang für ‘flirten’ ist, und ‘chirpse degree burns’ eben die Verletztungen sind, die man sich zuzieht, wenn man erfolglos flirtet. Dieser Song ist ein Tribut an dieses magenumdrehende Gefühl, wenn man alle fünf Minuten auf sein dummes Telefon schaut, ob man endlich eine Nachricht erhalten hat,” sagt Dream Nails-Sängerin Janey Sterling.

Jetzt gibt es den nächsten Song des kommenden Albums. “Payback” heißt er und der ist: politisch. Sehr. Inspiriert ist er von der britischen Organisation Sisters Uncut, die Opfern von häuslicher und sexueller Gewalt unterstützt und auf deren Kundgebungen stetst “Hey Mister! Get Your Hands Of My Sister!” gerufen wird. Das Video zum Song besteht dann auch aus Filmmaterial von verschiedenen Sisters Uncut Protesten und Veranstaltungen. Janey Sterling sagt: “In Großbritannien führen nur 1,5% aller Vergewaltigungsfälle zu einer Vorladung oder Anklage. ‘Payback’ ist ein Song darüber, wie unser Strafjustizsystem daran scheitert, Überlebenden zu helfen – Und darüber sind wir wütend! In diesem Land werden wöchentlich zwei Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet. Soviele Frauen haben sexuellen und körperlichen Missbrauch erlebt und tragen die Narben der Erinnerung daran – sie werden aber niemals Gerechtigkeit dafür sehen.

Fakten: Das selbstbetitelte Debüt der Dream Nails erscheint am 3. April auf Alcopop! Records, mit “Corporate Realness” gibt es einen weiteren Song daraus bereits zu hören – am 17. April spielen die Britinnen im Hafenklang. Hin! (mf)

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