Freiheit und Leichtigkeit? Nichts einfacher als „in diesen Zeiten“ damit einen Blumentopf zu gewinnen. Hm, warte? Ach, komm‘. Die Rezeptur: Jazz, eine wohlfeile Hip-Hop-Sozialisation, kulturelle Indie- und Elektronikspots. Das Sepalot Quartet macht vor wie es gehen kann. Nach einer smoothen Aufwärmrunde in Form der Live-Bestandsaufnahme „A New Cycle“ (stammt aus 2019 und hat nichts mit Fahrradläden zu tun) ist gerade „Nownext“ in neun kompakten Albumkapiteln erschienen.

Finden solche FreundInnen gut, die auch in der frühen Jazzkantine schon ganz zufrieden waren mit der vorgekauten Speisekarte. Ebenso wie diejenigen, deren Verständnis von Trompetenklängen nicht vor solchen wie Nils Petter Molvaer Halt machte als der Norweger vor langer Zeit tüchtig abräumte. Sepalot, Angela Aux, Fabian Füss und Matthias Lindermayr wählen für ihre Sache immer den gänzlich unprätentiösen Weg. „Nownext“ drängelt an keiner Stelle, ist eben einfach da im hier und jetzt, fusioniert ohne dogmatische Überheblichkeit und lässt dem Konsumenten die Wahl zwischen ganz tiefer Sinkfahrt oder Motivationssoundtrack in der heimischen Kochecke.

Wahrscheinlich lassen sich zu „Nownext“ auch unkeusche Tänze vollführen und wie man eine Trompete mit Mundschutz bläst ist ungefähr ähnlich zweitrangig. Für den notwendigen Abstand vom und im Alltag hat das Sepalot Quartet jedenfalls eine herrliche Vorlage mit eingebautem Trancing In The Streets-Modus abgeliefert. Hebebühne | 5. Dezember | concert-news präsentiert (kel)

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