Reden wir über: Phil Collins und Neil Young, Elvis Presley, Elton John und Lenny Kravitz. Reden wir von: Larkin Poe. Heute erscheint “Kindred Spirits”, beheimatet auf ihrem eigenen Label Tricki-Woo Records, gefüllt mit zehn tollen (und einer weniger tollen) Coverversionen. Von The Allman Brothers oder The Moody Blues, aber eben auch von Phil Collins. Zum Beispiel.

Nicht ganz überraschend, ist das dann auch eines der Highlights dieser tollen Platte. “In The Air Tonight”. Das Monster von Song, der Klassiker. Larkin Poe spielen ihn nicht einfach nach, wie sie hier keinen Song einfach nachspielen. Nein, sie huldigen ihn, ehren ihn. Machen ihn aber gleichzeitig zu einem der ihren. Und sagen:

“Wir haben das Gefühl, dass jeder Mensch auf der Erde mindestens einmal in seinem Leben ‚In The Air Tonight‘ gesungen oder gesummt oder Luft getrommelt hat. In der Lyrik dieses Liedes lauert eine spezielle Energie, die unzählige Fantasien erweckt hat, einschließlich unserer. Wir wollten tiefer in diese düsterere Stimmung eintauchen, indem wir den Song mit nur Lap Steel, Gesang, Stomps und Claps weiter zurückziehen. Als wir uns entschieden haben, dieses Cover zu veröffentlichen, waren wir begeistert, weil es bedeutete, dass ein gruseliges, launisches Musikvideo perfekt dazu passt. Wir lieben die dunkleren Untertöne der Aufnahme und das etwas düstere Video dazu.” Dieses hier.

Larkin Poe machen es hier genau richtig. Eine überraschende Song-Auswahl und jeweilige Interpretationen, die die Songs nicht zerstören, nicht zwanghaft verändern, die aber doch eigen genug sind. Nur nachspielen können andere, Rebecca und Megan Lovell machen es besser. Und beweisen Mut. Denn “Rockin’ In The Free World” von Neil Young? Zum Beispiel. Das Original ist der Wahnsinn, die Version von Pearl Jam noch wahnsinniger. Das musste dich erstmal trauen, das Ding zu spielen. Das Ergebnis ist ein düsterer, schwerer, bluesiger Larkin Poe-Song, der einfach mal unfasslich berührt.

Und sonst so? “Fly Away” von Lenny Kravitz wird zum potentiellen Soundtrack des nächsten “Young Guns”-Film, im Saloon läuft wahrscheinlich “Crocodile Rock” von Elton John (allerdings der einzige Song, der so ein bisschen unnötig ist), “(You’re The) Devil In Disguise” von Elvis Presley vermischt Kraft mit Zerbrechlichkeit und “Nights In White Satin” von The Moody Blues würde jede Kuschelrock-CD relevant machen. So, so, so schön. Auf einem so, so, so guten Album! (mf)

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