Perfider Humor oder tatsächlich authentisches Altmeister-Material aus ihrer Zeit? Total egal, wenn plötzlich auf deinem Abrisskalender wieder „1995“ als Jahreszahl auftaucht. Und erst recht, wenn Kruder & Dorfmeister mit „Johnson“, der dezent prachtvollen Robert Johnson-Hommage ihrer hauseigenen Pandorabüchse Lava unterm Albumdeckel machen.

Noch spannender, nur mal so aus retrospektiver Betrachtung, dass der eine oder andere wohlfeile Klingklang früher oder später (je nach Perspektive eben) auf den ultralegendären „K&D-Sessions“ von 1998 wiederauftauchen soll(te). „1995“ spielt im Vinylgetränkten Albumformat ausgerechnet im absurden 2020 derart synaptisch zwischen allen erdenklichen Zeiten und Räumen, dass ganz düselig wird, wer nachzuvollziehen versucht, wo Dub, Bossa, Nova, Trip, Hip, Jazz und Hop zwischenzeitlich in ihren formvollendeten Wiener Signaturen … naja, wo die halt gewesen sind all die Jahre.

Bestätigt wird derweil wer nie akzeptieren wollte, die ultimative Session-Logik aus 1998 sei schon alles und das letzte Wort gewesen. Bleibt sich fernab von Wien noch die Frage zu stellen, warum Kruder & Dorfmeister eigentlich in ihrem formidablen Dauerrausch niemals auf die Jazzpartikel eines Hanseaten wie James Last (ja, die gab es nicht nur auf dessen legendär vergessenem Album „Well Kept Secret“) geprallt sind? Aber das ist ja auch nur eine ganz persönliche Befindlichkeit. Oder eine Frage der nächsten Dachboden-Recherche im Hause G-Stone. concert-news präsentiert: Kruder & Dorfmeister | 1. August 2021 – barUferpark auf dem Dockville Gelände (kel)

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