Das machen wir eigentlich viel zu selten. Und haben wir auch lange nicht mehr gemacht. Sehr lange nicht mehr. Ein Album der Woche. Dabei gibt es fast jede Woche so viele tolle neue Platten. Meistens mehr, manchmal besser. Heute: “Drama endet nie”. Von Fatoni. Klasse Platte, Album der Woche. Wieder einmal.
Satte 15 Tracks sind auf der Platte, darunter Zusammenarbeiten mit Maeckes, Dissy, Lakmann, Ami Warning & Keno und auch mal wieder Mine. Nach langer Zeit. “Ich weiß nicht, wie oft ich Nachrichten bekommen habe, mit der Bitte, dass wir wieder was Gemeinsames machen sollen. Das haben wir jetzt endlich getan, es war wirklich überfällig und mir eine Herzensangelegenheit”, schreibt er.
Diese Platte hat unglaublich smarte Songs, ist intelligent, reflektiert und interessant, politisch und persönlich, melancholisch, nachdenklich, romantisch. Also hinsetzen, lauschen und nachdenken. Mal wütend werden, mal schmunzeln. Manchmal beides zusammen. Weil Sarkasmus manchmal sein muss, weil Ironie nicht immer reicht.
Fatoni hat Probleme in der Welt und mit der Welt. Mit Tönnies, Flick und anderen Milliardären, mit Nazis, Männern und Menschen. Das alles und noch viel mehr packt er in seine Songs und klingt dabei old schoolig bis fresh wie fick. Dabei mitgemacht haben unter anderem Dexter, Torky, Dj Robert Smith, Drunken Masters und Greedo, dabei herausgekommen ist einer bunter Strauß Deutschrap. Und das ohne Angst vor Abwechslung und etwas Indie und ohne Angst vor Pop. Und das nicht nur beim musikalisch chilligen Kopfnicker “Oktober” oder auch dem sanften, souligen “Vespa”. Es gibt hier zwar auch Songs wie das wütende “Geld ist geil”, das fast schon ballert. Aber sehr vieles hier könnte man schon eher gemäßigt wenn nicht sogar reif nennen, ohne das nur einen Moment als Kritik zu meinen. Ganz im Gegenteil.
Ein bisschen Gegenteil davon ist dann wieder “Aber ich will lieber…” mit Beats, Bier und Malle. Und doch kein Song auf Malle-Niveau. Live aber dürfte er ganz schön gut funktionieren. 11. September präsentieren wir euch Fatoni in der Großen Freiheit 36. Mit noch mehr neuen Tracks, noch mehr alten Tracks. Und natürlich ganz viel Drama.
Foto: Stephie Braun
