Im Mojo Club wird es angenehm still. Ásgeirs Musik nimmt Tempo raus, zieht einen gleichzeitig mit einer Intensität hinein, die manchmal ziemlich direkt durchs Mark geht. Besonders die isländischen Songs verändern die Stimmung im Raum. Da ist etwas Rohes, Erdiges, fast Archaisches in dieser Sprache, das eine ganz andere Energie erzeugt. Durch die isländischen Songs wie „Pennan Dag“, „Nýfallið Regn“, „Sumargestur“ oder „Hringsól“ entsteht ein Wechselspiel aus Wärme, Weite und dieser schwer greifbaren isländischen Melancholie.
Und dann „Snowblind“. Dieser Song trifft einfach viel zu tief diesen einen Nerv. Die Stimme, die fließenden elektronischen Sounds, diese eigentümliche Weite. Absoluter Favorit. Auch „King and Cross“ sitzt sofort. Später folgt mit „Going Home“ noch einer dieser Momente, die sich tief festsetzen.
Ásgeirs feines Understatement gibt den Songs Luft, statt sie mit großen Gesten auszuschmücken. Seine fast schon schüchterne Art, die sanften, eindringlichen und fein ausbalancierten Töne erzeugen eine wunderbar intime, beinahe schwerelose Atmosphäre. Eine, in der selbst die kleinsten Nuancen plötzlich ganz groß werden. Gerade in den isländischen Passagen bekommt das Konzert eine besondere Kraft als würde die Musik für einen Moment ein Stück Island in den Mojo Club holen.
Foto: Live Nation GSA
