Was für ein Monster, was für ein Knaller-Album. Crown The Empire heben den Metalcore auf eine neue Stufe – in dem sie keinen Metalcore spielen. Aber sie zeigen, was man aus diesem Stil machen kann, was möglich ist, was geil ist.
Dieses Album braucht ein, zwei, drei Durchgänge. Aber dann erkennt man, was es ist. Ein ziemlicher Brocken und ein pompöses Stück lauter Musik. Und genau diese Pompösität ist es, die “Retrograde” so aufregend macht. Denn Crown The Empire spielen nicht damit. Sie suhlen sich darin, sie reizen es aus, sie ziehen es komplett durch. Und machen da weiter, wo My Chemical Romance, 30 Seconds To Mars und Angels And Airwaves aufgehört haben. In dem sie zum Beispiel eben – siehe oben – keinen Metalcore spielen, aber Metalcore-Momente in ihren Sound bauen.
Nehmen wir zum Beispiel den Song “Weight Of The World“. Opulent geht es los, eingängig-euphorisch wird sich ins Stadion gespielt, ein Jared Leto wäre neidisch. Und dann wird im Hintergrund plötzlich gescreamt. Das klingt so logisch, so erschreckend einfach. Aber es klingt so aufregend. “Zero” begeistert mit noch dolleren, dominanteren Lärm-Passagen in Verbindung mit Emo und Pop, “Aftermath” mit dunkler, “Lucky Us” mit schleppender Aggression. Und jeder Song eben mit diesen pompösen Pop-Refrains, bunten Vocals, ausufernder Hemmungslosigkeit.
“Are You Coming With Me” wächst mit seinen Chören zum Monster, ein “Hologram” entpuppt sich am Ende als eben solches und selbst die anfangs öde Ballade “Signs Of Life” schließt man schnell in sein Herz. Weil das guter Pop ist, weil das selbstbewusster, progressiver, wilder Pop ist. Ein Freddie Mercury hätte dieses Album vermutlich abgefeiert. Wir feiern es ab. (mf)

