Freitag, 6. März, Logo. Kalender raus. Rot einkreisen. Pfeil dran. Vielleicht noch ein kleines Hirschgeweih daneben malen. Denn: concert-news.de präsentiert The Hirsch Effekt – und das wird kein Abend, bei dem man mit verschränkten Armen am Rand steht und „ganz interessant“ murmelt.
Die drei Hannoveraner Artcore-Alchemisten sind zurück auf Tour mit ihrem siebten Studioalbum „Der Brauch“. Und nein, das ist keine gemütliche Rückschauplatte mit Kaminfeuer und Wollsocken. Das ist eher: Kerzenschein, aber irgendwer kippt zwischendurch Benzin ins Arrangement. „Mehr Art, weniger Core“ hieß es im Vorfeld. Was übersetzt bedeutet: Weniger Dauer-Gewitter, mehr kontrollierte Spannungsbögen – bis es dann doch wieder kracht, als hätte jemand Blastbeats auf Schleudergang gestellt. Cello? Ja. Zerbrechlichkeit? Auch. Aber nur, damit der nächste Ausbruch doppelt sitzt.
Die neuen Songs – „Der Faden“, „Die Heimkehr“, „Die Brücke“, „Die Lüge“ – klingen erstmal wie ein philosophischer Lesezirkel. Live werden sie allerdings zur emotionalen Achterbahn mit Taktarten, die sich benehmen wie hyperaktive Eichhörnchen. Wer The Hirsch Effekt kennt, weiß: Das ist keine Musik zum Nebenbei-Bierhalten. Das ist Musik, bei der man nach drei Minuten denkt: „Moment.“ Und nach sechs Minuten: „Ach so!“ Und nach neun Minuten: „Ich brauche kurz Wasser.“
Inhaltlich geht’s diesmal stärker nach innen. Weniger Welt sezieren, mehr Selbstbefragung. Warum macht man das alles? Warum dieser Aufwand? Warum 13/8, wenn 4/4 doch so bequem wäre? Antwort: Weil es sonst ja jede*r könnte. Live bedeutet das: fragile Momente, die den Raum anhalten lassen – und dann Explosionen, bei denen selbst die Luft kurz ihre Struktur verliert. Reifer klingen sie, sagen viele. Stimmt vermutlich. Aber reif im Sinne von: komplex, nicht zahm. Und wer immer noch behauptet, Progressive Metal sei verkopft, hat vermutlich nur versucht mitzuzählen. Wir sehen uns vorne. Oder irgendwo zwischen Taktwechsel und Katharsis. Am 6. März im Logo. Wir präsentieren: The Hirsch Effekt.
PS: Während ihr innerlich schon mal eure Nackenmuskulatur vorbereitet, brüten wir im Hintergrund bereits über einer Ticketverlosung. Ein paar Ideen schwirren uns da schon durchs Gehirn – und wir versprechen: Das wird mindestens so verspielt wie ein Hirsch-Riff im 11/8.
(DS)

