Wer sich auch nur ein bisschen mit Hardcore beschäftigt hat, dürfte über den Namen Death Before Dishonor +irgendwann gestolpert sein. Am 28. Juni spielt die Boston-Bande im Monkey’s Music Club. Und das ist noch nicht alles: Präsentiert wird der Abend von concert-news.de.
Death Before Dishonor gehören seit den frühen 2000ern ziemlich fest zur Boston-Hardcore-Szene. Musikalisch liegt das irgendwo zwischen klassischem Hardcore Punk, Beatdown und metallischerem Hardcore, aber immer mit klarer Oldschool-Schlagseite. Keine große Experimentierfreude, kein Hochglanz-Metalcore, sondern schwere Riffs, Breakdowns und diese direkte „bleib echt oder lass es“-Mentalität, die viele mit Boston Hardcore verbinden. Bekannt wurde die Band weniger durch Mainstream-Erfolg als durch konstantes Touring und Liveshows überall auf der Welt. Alben wie “Friends Family Forever”, “Count Me In”, “Better Ways To Die” oder “Unfinished Business” haben der Band über die Jahre einen festen Platz in der Hardcore-Szene verschafft.
Mit “Nowhere Bound” meldete sich die Band zuletzt nach sechs Jahren Albumpause zurück. Produziert wurde die Platte von Zeuss, der unter anderem bereits mit Hatebreed oder Rob Zombie gearbeitet hat. Wirklich neu erfinden wollen sich Death Before Dishonor darauf nicht und genau das dürfte den meisten Fans ziemlich gefallen. Stattdessen gibt es weiterhin schweren Boston Hardcore mit ordentlich Groove, Breakdowns, Group-Shouts und jeder Menge Wucht. Unterstützung kommt auf dem Album außerdem von Gästen wie Billy Graziadei von Biohazard oder Greg Falchetto von den Mongoloids.
Boston selbst hat generell eine ziemlich prägende Hardcore-Szene hervorgebracht. Typische Namen sind etwa Blood For Blood, Slapshot, SSD, DYS, American Nightmare, Bane oder Have Heart. Gerade Slapshot gelten bis heute als eine der wichtigsten Boston-Hardcore-Bands überhaupt und spielten auch ihre letzte Hamburg-Show im Monkey’s Music Club. Während SSD oder DYS eher den aggressiven Oldschool-Sound der 80er geprägt haben, kamen später rauere Street-Hardcore-Bands wie Blood For Blood oder eben Death Before Dishonor dazu. Bands wie Have Heart oder Bane stehen dagegen eher für die emotionalere Seite der Szene. Viele Musiker aus diesen Bands kennen sich seit Jahrzehnten, spielen in verschiedenen Projekten oder waren gemeinsam auf Tour. Diese enge DIY-Struktur gehört bis heute fest zu Boston Hardcore dazu.
Auch der Monkey’s Music Club passt ziemlich gut zu so einem Abend. Der kleine Club in Ottensen hat sich über die Jahre einen festen Platz in Hamburgs Hardcore-, Punk- und Underground-Szene erspielt. Statt Security-Graben und Distanz gibt es hier Shows direkt vor der Bühne, kurze Wege zur Bar und danach meistens noch Gespräche mit den Bands. Wer öfter dort ist, kennt auch das Monkey’s Red vom Fass und die ziemlich familiäre Stimmung im Laden. In den vergangenen Jahren standen dort bereits Bands und Künstler wie Ignite, Evergreen Terrace, Slapshot, Billy Biohazard oder M.D.C. auf der Bühne. Gerade Hardcore-Shows funktionieren in solchen Clubs oft deutlich intensiver als auf großen Festivalbühnen.
Und das ist im Monkey’s Music Club längst noch nicht alles. Auch die nächsten Wochen bleiben für Hardcore-, Punk- und Underground-Fans ziemlich interessant:
- 14.06. – Conservative Military Image
Amerikanischer Hardcore mit Oi!- und Street-Hardcore-Kante, irgendwo zwischen klassischem USHC und Working-Class-Attitüde. - 12.07. – M.D.C.
Hardcore-Punk-Urgesteine aus Texas, laut, politisch und seit Jahrzehnten kompromisslos unterwegs. - 02.08. – H2O
New York Hardcore mit deutlich mehr Melodie, Singalongs und Skatepunk-Einflüssen.
Foto: Cyrille Bellec
