Es ist langweilig, aus der Presseinfo zu zitieren? Dann habt ihr das hier über Brother Grimm aka Dennis Grimm noch nicht gelesen: “Einer, der aussieht, als käme er aus dem Kohlebergwerk. Dabei stammt er von dort, wo sie es sich leisten können, zum Spaß so auszuschauen, aus Berlin.” Na? Bilder im Topf? Und vor allem: Warum am 3. Februar in Hamburg ins Gängeviertel? Weil das hier sogar Liebhabern von Bruce Springsteens “Nebraska” gefallen könnte? Auch.
Genau genommen aber erstmal deshalb, weil Blues selten so herzerfrischend minustemperiert war wie auf “King For A Day, Cool For A Lifetime”. Ob das was mit Märchenwald zu tun habe, fragt die Stimme aus dem Off. Eher mit grimmiger, finsterer Mimik. Inklusive tiefer Furchen auf der Stirn. Selbst wenn es, wie in “I’m afraid of Germany” an allen Ecken und offenen Enden brennt, bleibt die Grundstimmung eine fröstelnde Gänsehaut am ganzen Körper. Oder vertont Brother Grimm einfach die längst überfällige offene OP am Zustand dessen, was man gemeinhin als Gesellschaft zu kennen dachte? “King For A Day, Cool For A Lifetime” benötigt Geduld. In Berlin, Hamburg, im Emsland oder Schwarzwald. Und für dich auch im Gängeviertel. (kel)
