In seinem neuen Album beschäftigt sich William Fitzsimmons mit Themen wie Trauer, Heilung und Hoffnung. Vor seinem Auftritt bei den Pop Seasons in der Hamburger Christianskirche spricht er über die Bedeutung von Kirchenkonzerten und zieht Parallelen zwischen der sakralen Stimmung in diesen Räumen und den Themen seiner Musik. Er reflektiert über die Rolle des Todes seiner Stiefmutter beim Einspielen seines neuen Albums, die Bedeutung von immerwährender Verbundenheit und die existenzielle Angst, die bei der Konfrontation mit der Sterblichkeit auftreten kann. Das Gespräch beginnt er mit den Worten: “Ich weiß, es mag seltsam klingen, aber Du kamst mir bekannt vor, als Du gerade hereinkamst …”
Ja, es ist nicht das erste Mal, dass wir uns treffen. Aber ich denke, es ist das erste Mal, dass Du mich bewusst triffst.
Natürlich könnte ich das einfach so sagen. Ich will vorsichtig sein, denn manchmal sage ich solche Dinge und …
Es ist tatsächlich so. Wir haben uns schon einmal getroffen. Aber ich weiß nicht, ob Du Dich an den Moment erinnerst. Es war vor etwa zehn Jahren, als Du ein Konzert im Gruenspan hier in Hamburg gespielt hast. Du warst alleine unterwegs, auf Solotournee, so wie heute Abend. Es gab diesen Moment, als Du von der Bühne herunterkamst. Du hast Dich in die Mitte der Leute gestellt, nur mit Deiner Akustikgitarre, und hast einen Song gespielt. Ich stand direkt neben Dir, aber ich weiß nicht, ob Du Dich daran erinnern kannst.
Ich mag diese Geschichte. Und ich erinnere mich daran, weil es auch für mich ein schöner Moment war.
Es war eine sehr intime Atmosphäre, als Du so nah an die Leute herangekommen bist. Du hast auch schon einige andere Konzerte in Hamburg gespielt, zum Beispiel im Michel. Du warst einer der ersten, der dort während des Reeperbahn Festivals aufgetreten ist. Du hast den Ort also gewissermaßen eingeweiht.
Das ist wirklich cool. Das wusste ich gar nicht. Ja, das war toll. Der Ort war cool. Es hat Spaß gemacht.
Das war eine riesige Bühne im Vergleich zu der in der Christianskirche, auf der Du heute Abend spielst. Was bedeutet es für Dich, ein Konzert in einer Kirche zu spielen?
Die Christianskirche wurde vor langer Zeit erbaut, daher verspüren die meisten Menschen eine gewisse Ehrfurcht, wenn sie sie betreten. Man spürt, dass hier etwas Größeres passiert. Das muss nicht einmal etwas Religiöses sein. Aber als Menschen assoziieren wir diese Orte aufgrund unserer Geschichte mit etwas Heiligem, etwas Besonderem. Und so ist es auch bei mir. Ich werde vielleicht ein bisschen aufgeregter sein als sonst.
Wie passt Deine Musik zu einem heiligen Ort wie diesem?
In meiner Musik geht es um Heilung. Man kann über Religion sagen, was man will, aber ich denke, dass sie im besten Fall versucht, den Menschen eine Art von Trost, Gemeinschaft und Seelenfrieden zu bieten. Ich würde nicht sagen, dass meine Musik eine religiöse oder spirituelle Komponente hat, aber Heilung ist mit solchen Umgebungen verbunden.
Im ersten Song Deines neuen Albums singst Du von einem Altar. Hat Dein Album einen direkten Bezug dazu?
Ja, sehr sogar. Vor allem, weil viele Ideen für die Songs auf einer Beerdigung entstanden sind, also enthalten sie bereits von Anfang an ein kirchliches Element. Und es gibt Rückblicke auf eine Hochzeit, die ebenfalls in einer Kirche stattfand. Die beiden prägendsten Stücke haben also buchstäblich ihren Ursprung in einer Kirche. Das übergeordnete Thema ist der Tod und die Liebe, die Erinnerung und das Gedenken. Aber der Altar als Symbol war immer für den ersten Song auf der Platte vorgesehen, weil es das Bild vom Anfang und vom Ende ist, an demselben heiligen Ort.
Dein neues Album ist teilweise Deiner Stiefmutter gewidmet, die im November 2022 starb. Inwieweit ist dieses Ereignis mit der Musik darauf verbunden?
Das ist eine gute Frage. Ich wurde sehr religiös, fast fundamentalistisch erzogen. Ziemlich hardcore. Der Glaube kann etwas wirklich Schönes sein. Aber je nachdem, wie er angewandt wird, kann er auch hasserfüllt und überhaupt nicht liebevoll sein. Mein Verhältnis zur Religion hat sich seit meiner Jugend stark verändert. Sie ist immer noch wichtig für mich, aber ich habe akzeptiert, dass es eine Menge Dinge gibt, die ich nicht wissen kann. Die Platte enthält also eine Menge Unsicherheit und Unbekanntes. Die größte Frage, die ich zu klären versuche, ist, ob ich meine Stiefmutter jemals wiedersehen werde. Man spürt die Hoffnung, dass es vielleicht eine winzige Chance dafür gibt, aber am Ende weiß ich es nicht. Also muss ich damit Frieden schließen.
Du sagst, dass die Arbeit an dem Album eine Art Therapie für Dich war. Bist Du der Antwort auf Deine Frage näher gekommen?
Es war der Versuch, zu akzeptieren, dass ich es einfach nicht wissen kann. Der Versuch, damit Frieden zu schließen, war vielleicht das Schwierigste. Ich glaube, ich habe das immer noch nicht akzeptiert, und deshalb schreibe ich immer noch Songs darüber. Es ergibt für mich keinen Sinn, dass jeder einfach so tut, als wäre alles in Ordnung. Ich lache natürlich auch gerne, aber ich bin wirklich frustriert, dass ich das Gefühl habe, dass die Leute nicht viel über den Tod reden. Wir werden alle sterben, und wir wissen nicht, was dann passiert. Aber sollten wir nicht mehr darüber reden? Es ist schon komisch: Ich sitze mit Freunden herum, wir trinken Bier und lachen. Und dann spüre ich dieses Ziehen in meinem Herzen, dass ich mich nicht von diesen Leuten verabschieden möchte. Oder dass sie sich irgendwann von mir werden verabschieden müssen. Ich denke, das Leben wird wertvoller, wenn man das akzeptiert. Vielleicht habe ich es nur noch nicht akzeptiert. Ich kämpfe immer noch damit.
Vielleicht braucht es ein ganzes Leben, um uns mit der Tatsache zu konfrontieren, dass wir eines Tages nicht mehr hier auf der Erde sein werden. Was hast Du während dieses Prozesses der Trauer und des Kummers erlebt?
Man stellt sich seiner Sterblichkeit erst dann voll und ganz, wenn beide Elternteile tot sind. Denn dann ist man der Nächste. Als meine Stiefmutter Vicky gegangen ist, war das wie eine weitere Erinnerung daran, dass es passieren kann, dass es passieren wird. Das ist die Richtung, in die wir uns alle bewegen. Also lasst uns die wenige Zeit nutzen, die wir haben. Wir reden immer darüber, und trotzdem scrollen wir am Ende nur auf unserem Handy herum, anstatt unsere Zeit sinnvoll zu nutzen. Ich mache mir nicht so viele Gedanken über meine eigene Sterblichkeit. Ich will nur sicherstellen, dass es meinen Liebsten gut geht, wenn ich nicht mehr da sein sollte.
Vielleicht hast Du letzten Sommer die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris gesehen. Celine Dion sang ein Lied von Edith Piaf. Da gibt es diese berühmte Zeile, dass Gott diejenigen wieder zusammenführt, die sich lieben, was eine sehr tröstliche Vorstellung ist. Wenn man Dein neues Album hört, singst Du auch über diese Art von Hoffnung. Woher kommt sie?
Ich hoffe, dass es diese Hoffnung gibt, auch wenn es wissenschaftlich gesehen keine Gründe gibt zu glauben, dass eine solche Wiedervereinigung stattfinden könnte. Und doch fällt es schwer, diese kleine Hoffnung zu eliminieren. Ich denke, um glücklich zu sein, muss man sich mit dem Gedanken abfinden, dass man es nicht wissen kann und dass es vielleicht nicht passiert. Und so bleibt man in der Gegenwart. Aber es gibt einen kleinen Teil von mir, der sich das so sehr wünscht. Es ist eine schöne Vorstellung, dass wir eines Tages alle wieder zusammen sein werden. Und ich hoffe immer noch, dass das wahr wird. Das tue ich wirklich.
Mit dem neuen Album wolltest Du Deine Stiefmutter ehren und eine Platte machen, die ihr gefallen würde. Ist Dir das gelungen?
Ich denke, sie wäre gerührt gewesen, dass ich Songs über sie geschrieben habe. Vor allem diejenigen, die eher ein Upbeat-Tempo haben, wie „Catch you if you fall“ oder „Altar“. Ich wollte ihr mit Schönheit ein Denkmal setzen und vermitteln, was für ein wunderbarer Mensch sie war. Aber es gibt auch ein paar traurige Lieder auf der Platte, die ich geschrieben habe, um mich von ihr zu verabschieden. Vielleicht wäre sie nicht glücklich mit ihnen gewesen, denn Vicky war kein trauriger Mensch, im Gegenteil.
Dein neues Album enthält weniger akustische und mehr Piano-Elemente, ganz zu schweigen von der elektrischen Gitarre und dem Saxophon.
E-Gitarre zu spielen macht so viel Spaß. Wenn meine Kinder mit mir im Studio sind, wollen sie sie immer in die Hand nehmen und spielen. Eigentlich habe ich sie auf der Platte nicht selbst gespielt, nur ein bisschen. Es gibt da einen Typen, der viel besser ist als ich, und es wäre wirklich schwer gewesen, seine Parts zu übernehmen. Aber Vicky hätte es sicher gefallen und sie hätte sich das Album im Auto auf ihrem CD-Player angehört. Das ist der Grund, warum die E-Gitarre auf dem Album so präsent ist. Vielleicht werde ich irgendwann mal akustische Versionen der Songs aufnehmen. Aber es ist gut, wenn man sich als Künstler weiterentwickelt. Das ist Kunst. Man sollte wachsen. Man sollte sich selbst herausfordern. Man muss versuchen, präsent zu bleiben und authentisch zu sein. Wenn du das nicht tust, werden die Leute zwar weiterhin deine Platten kaufen, aber du würdest die Seele deiner Musik verlieren.
Es gibt wahrscheinlich nicht viele Künstler, die ihre Gefühle so direkt in Musik umsetzen können wie Du. Es ist etwas sehr Persönliches: Du öffnest Dein Herz für Leute, die Dir Klicks auf Spotify geben, aber Du kennst sie eigentlich nicht. Es gehört also auch ein gewisses Maß an Vertrauen dazu, wenn Du den Leuten einen so tiefen Einblick in Dein Leben gewährst.
Ja, das ist wirklich etwas Besonderes. Und ich habe großes Glück, dass es so viele Menschen gibt, die mir vertrauen. Jemand hat mir erzählt, dass er vor ein paar Jahren seinen Vater verloren und einer meiner Songs ihm sehr geholfen hat. Das ist doch Vertrauen, oder? Wenn ich Musik mache, muss ich daran denken, dass es Menschen gibt, die mir zuhören und denen ich helfen möchte, genau wie mir selbst.
Vielleicht gibt es auch einige Leute, die nicht bereit sind, ihre Gefühle so zu teilen wie Du und die von der Offenheit, die Du auf Deinem neuen Album zeigst, schockiert sind. Was würdest Du ihnen sagen?
Es gibt ein Modell der verschiedenen Stufen der Veränderungsbereitschaft, das in der Psychologie und sogar im Fitnessbereich verwendet wird. Wenn man also mit jemandem in der Therapie arbeitet und er sich in der ersten Phase befindet, kann man nicht darüber sprechen, wie wütend er darüber ist, dass ihm seine Mutter nichts zu Weihnachten geschenkt hat, als er drei Jahre alt war. Er wäre für dieses Gespräch noch nicht bereit. Es gibt also eine Million Gründe, warum jemand diese Lieder vielleicht nicht hören will. Manchmal möchte ich sie auch bei vielen meiner Auftritte nicht spielen, weil die Gefühle noch sehr frisch sind, um die es darin geht. Diese Tournee ist das erste Mal, dass ich diese Songs live auf der Bühne spiele. Ich bin sicher, dass es heute Abend nicht anders sein wird. Ich muss auftreten, es ist immer noch eine Show, aber ich werde emotionale Reaktionen haben. Und das soll auch so sein.
Es gibt Orte auf der Welt, an denen der Tod offener in den Alltag integriert wird als bei uns im globalen Norden. Warum haben wir so viel Angst, uns mit diesem Thema zu konfrontieren?
Sokrates sagte, wir sollten den Tod nicht fürchten, weil wir nicht wissen, was er ist. Niemand ist zurückgekommen, um es uns zu sagen, also sollten wir es nicht fürchten. Aber es ist das Unbekannte, vor dem die Menschen instinktiv Angst haben. Deshalb ist es wahrscheinlich einfacher, so zu tun, als ob es nicht da wäre. In meiner Familie wird das so gehandhabt. Ich erinnere mich gern an diejenigen, die nicht mehr hier sind. Am Dia de los Muertos kocht man in Mexiko das Lieblingsessen der Verstorbenen. Man feiert sie. Ich finde das wirklich schön und vielleicht ist es auch gesünder, weil man sie dadurch nicht vergisst. Wir wissen, dass sie tot sind, aber sie sind nicht tot. Sie sind immer noch bei uns. Auch wenn es vielleicht nur ihre Erinnerung ist.
Wie wirkt es sich auf unsere psychische Gesundheit aus, wenn wir den Tod als Teil unseres Lebens akzeptieren und nicht ständig versuchen, ihm auszuweichen?
In der Philosophie und Psychologie würden die Existentialisten sagen, dass die Todesangst die große Hürde ist, die wir in unserem Leben überwinden müssen. Die tatsächliche Akzeptanz, dass wir eines Tages sterben werden, ist die größte Herausforderung, sagen sie. Wenn wir das also voll und ganz akzeptieren und mit dem Bewusstsein leben können, dass der Tod eine Sache ist, die kommt und von der wir nicht wissen, wann sie kommt, werden wir in der Lage sein, ein glücklicheres Leben zu führen. Freud nannte es Sublimierung. Wenn es etwas gibt, dem man ausweicht, wirkt sich das auf irgendeine Weise auf einen selbst aus. Obwohl ich weiß, dass der Tod naht, werde ich mich trotzdem dafür entscheiden, jetzt eine Tasse Kaffee zu kochen und mit einem Freund zu sprechen, anstatt diesen Kaffee zu trinken und mit einem Freund zu sprechen, um zu vermeiden, daran zu denken. Es sieht ähnlich aus, aber die Motivation ist eine andere.
In dem Video zu Deinem Song „I will not forget you“ gibt es viel altes Filmmaterial, in dem Menschen in einer Art Blitzlichtgewitter in Szenen des Alltagslebens auftauchen und wieder verschwinden. Ist das eine Reminiszenz an das Sprichwort, dass, solange man an jemanden denkt, der bereits verstorben ist, er oder sie immer noch bei uns ist?
Es ist eines meiner Lieblingsvideos und das stärkste, das wir je gemacht haben. Ich weiß nicht einmal, ob die Leute darin Angehörige des Videofilmers sind. Es war Material, das er gesammelt hat. Ich habe nur den Song gemacht. Wenn man die Personen sieht und sie plötzlich verschwinden, wird einem klar, dass das Leben immer weitergeht. Aber wir sollten uns auch glücklich schätzen, dass wir am Leben dieser Person teilhaben durften. Das trägt meiner Meinung nach zur Heilung nach dem Verlust eines Menschen bei. Denn Trauer ist dazu da, uns weiterzubringen. Das war auch der Entwurf der Trauerphasen von Elizabeth Kübler-Ross. Ein Todesfall führt nicht nur in die Depression. Man muss alle Phasen durchlaufen, bis man zur Akzeptanz gelangt, dass die Person ein Teil meines Lebens war und ich auch in Zukunft an sie denken und mich an sie erinnern werde.
Wenn Du an das Jahr 2022 zurückdenkst, als Deine Stiefmutter starb, inwieweit hat Dir Deine Ausbildung als Psychotherapeut in diesem Moment geholfen?
Ich habe diese Ausbildung gemacht, das stimmt. Aber Mike Tyson, der Boxer, hat einmal gesagt, dass jeder einen Plan hat, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt. Wenn es also um den eigenen Kummer geht, dann denke ich, dass es keine Regeln mehr gibt und man einfach versucht, sein Bestes zu geben. Dann kannst du ein Philosoph sein oder ein König oder was auch immer, aber am Ende musst du dich einfach durchweinen.
In dem Song „Long distance runner“ sprichst du über das Gefühl der Isolation und Einsamkeit in einer großen Menschenmenge. Was hat dies mit der Situation zu tun, in der Du Dich damals im Jahr 2022 befunden hast?
Damals habe ich das existenzielle Grauen gespürt, nicht die Todesangst. Nur die Vorstellung, dass wir eigentlich ganz allein sind und dass der Tod uns auch in diese Art von Angst versetzen kann. Es geht nicht nur um die Angst vor der eigenen Sterblichkeit, sondern auch um das Gefühl des Alleinseins. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich den Menschen, die mir nahestehen, näher sein wollte. Ich fühle mich ihnen nie nahe genug. Aber es gibt eine Lücke, die wahrscheinlich da sein soll, weil wir alle unterschiedlich sind und nicht dieselbe Person sein können. Es gibt immer eine kleine Distanz, die man nicht überwinden kann. Darum geht es also in diesem Song: Es geht buchstäblich darum, sich allein zu fühlen, während alle anderen eine tolle Zeit haben. Ich kann mich allein fühlen in einem Raum voller Dichter, wortlos und stumm. Ich schaue mich um und versuche herauszufinden, warum zum Teufel alle anderen so glücklich sind.
Es ist seltsam, dass wir in Städten mit Millionen von Menschen um uns herum leben und uns trotzdem oft so einsam fühlen.
Ich habe eine Zeit lang in New York gelebt. Dort habe ich mein Leben mit unzähligen Menschen innerhalb der nächsten fünf Häuserblocks geteilt, aber trotzdem habe ich mich manchmal völlig allein gefühlt. Das ist verrückt. Das ist eine seltsame menschliche Erfahrung. Warum tun wir uns selbst und den anderen das an? Das ist furchtbar, denn wir Menschen brauchen sozialen Anschluss. Sonst macht es keinen Sinn, auf dieser Welt zu sein.
Fühlst Du Dich bei Deinen Konzerten manchmal allein vor Deinem Publikum?
Wenn alles gut läuft, dann nicht. Man kann sich immer umschauen und jemanden sehen, der mitsingt oder sogar weint. Oder es passiert im Nachhinein, wenn ich nach der Show mit den Leuten spreche und sie mir persönliche Dinge erzählen. Denn wir haben das Konzert zusammen durchlebt und oft habe auch ich geweint. Vielleicht habe ich sogar beim Schreiben des Songs geweint. Es gibt nicht mehr viele Orte, an denen man diese Art von Erfahrung machen kann und sich gleichzeitig nicht komisch fühlt. Bei meinen Konzerten können die Leute reinkommen und fühlen, was auch immer sie möchten. Sie können weinen oder lachen. Es ist eine schöne Erfahrung, dies mit anderen Menschen zu teilen.
Interview & Foto: Daniel Seemann
