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    You are at:Home»Abseits der Bühne»40 Jahre LOGO – Chef Eberhard über Rock’n’Roll, Bühnenexzesse und die Säule.
    Das LOGO, als es noch eine Studentenkneipe war.

    40 Jahre LOGO – Chef Eberhard über Rock’n’Roll, Bühnenexzesse und die Säule.

    0
    By Dominik on 11. August 2014 Abseits der Bühne, Interview, Logo
    Das LOGO, als Studentenkneipe

    In der Grindelallee Hausnummer 5 konnte man nach dem zweiten Weltkrieg Möbel kaufen. Der kleine Einrichtungsladen im Flachdachbau half den Hamburger Bürgern durch die Zeiten des Wirtschaftswunders, indem er ihnen ermöglichte, ihr Geld in Stehlampen und Nierentischchen anzulegen.
    Ab dem Sommer 1974 konnte man das Mobiliar dann nicht mehr kaufen. Man saß nur noch darauf um zu essen und zu trinken. Aus dem Ladengeschäft war eine Studentenkneipe mit gelegentlicher Livemusik geworden. Das LOGO war geboren. Im selben Jahr in dem KISS ihr Debut-Album veröffentlichten und Mick Taylor die Rolling Stones verließ.

     

    Es dauerte nicht lange, bis die Besitzer feststellten, dass sich das Geschäft mit der Live-Musik mehr lohnte als der Lokalbetrieb. Also wurde das Mobiliar noch stärker ausgedünnt und die Speisekarte zur Getränkekarte. Seitdem regiert dort der Rock’n’Roll.

    Noch nicht ganz so lange regiert Eberhard Gugel das LOGO. Er kaufte es 1994 zusammen mit Partnern und übernahm das Zepter als Betreiber. Concert News hat sich mit ihm zur ruhigen Nachmittagsstunde am Tresen seines Clubs getroffen, um über die letzten 20 Jahre sowie die Zukunft zu sprechen.

    Eberhard, erstmal Glückwunsch zu 20 erfolgreichen Jahren. Das ist ja ein Doppelgeburtstag dieses Jahr. Vor dir hat kein Besitzer länger als sieben Jahre durchgehalten. Warum?

    Danke. Also ich weiß nur, dass manche schlichtweg deshalb aufgehört haben, weil sie in wenigen Jahren mehr Geld verdient hatten als sie ausgeben konnten. In den goldenen Siebzigern und Achtzigern bin ich hier schon als Roadie mit Bands durchgekommen, als der Laden selbst an einem Montag Abend aus allen Nähten platzte. Heutzutage ist es viel schwieriger.

    Woran liegt das?

    Ich denke, die Leute geben heute viel mehr Geld für andere Sachen aus, wie elektronische Gadgets zum Beispiel. Und Musik, ob Live oder auf Tonträger, hat in der Konsumwelt nicht mehr den selben Stellenwert wie damals.

    Du hast eben schon indirekt deinen Werdegang angesprochen. Was hast du vor dem LOGO gemacht und wie bist du überhaupt zum Rock’nRoll gekommen?

    Nach dem Abi bin ich aus Tübingen, wo ich geboren und aufgewachsen bin, weg gegangen nach Hamburg. Eigentlich um BWL zu studieren, aber da wurde nicht viel draus, denn stattdessen bin ich als Tonmischer, Roadie und später als Tourneeleiter mit Bands getourt. Noch ziemlich am Anfang war ich für ein halbes Jahr kreuz und quer durch Europa on the road und als ich zurückkam, stapelten sich auf dem Küchentisch die Mahnungen für die Einschreibegebühr. Und obenauf lag der Bescheid über die Zwangsexmatrikulation. Das habe ich als Zeichen gesehen und mit dem weiter gemacht, woran ich Spaß hatte.

    Warst du mit bekannten Bands unterwegs?

    Auch, ja. Zum Beispiel Edo Zanki, Inga Rumpf, Herbert Grönemeyer, Extrabreit, Wolf Maahn, Rio Reiser, Mitch Ryder, Johnny Guitar Watson und Johnny Winter.

    Und wie kam es zur Übernahme des LOGO?

    Aus dem Wunsch heraus, nach fast 20 Jahren Tourneeleben sesshaft zu werden. Ich hatte vorher schon in Hamburg mit Partnern Veranstaltungen gemacht und so war ein eigener Club die logische Konsequenz.

    Spielen wir mal “Papa, was machst du eigentlich den ganzen Tag?”

    (grinst) Also als Clubbetreiber stehe ich mittags um zwölf auf und bin pünktlich um zwei im Büro. Dann beginnen die ganz normalen Verwaltungstätigkeiten: Rechnungen bezahlen, Buchhaltung, Lohnabrechnungen, Warenwirtschaft usw. Abends gehe ich dann ins LOGO, um dort an der Tür, der Bar oder wo auch immer mitzuhelfen.

    Du packst also selbst im Clubbetrieb mit an?

    Ja klar, ich hab da auch Bock drauf, denn ich will ja hier nicht so ein Frühstücksdirektor sein, der nur ab und zu kurz reinschaut um sich ne Weinschorle in den Hals kippen. Denn dann würde ich meinen Laden ja nur von den Zahlen her kennen und hätte keine Ahnung wie zum Beispiel die Bands ankommen und vielleicht auch warum sie gut oder schlecht ankommen. Na jedenfalls bin ich dann bis morgens um zwei oder so dort, dann habe ich meinen 12-Stunden-Tag hinter mir, schlafe mich aus und es geht wieder von vorn los.

    Zum Thema Bands: Holst du auch gezielt Bands zu dir in den Club weil du sie selbst so geil findest und dafür sorgen willst, dass sie mal in HH spielen?

    Nein, so läuft das eher nicht. Ich höre ja oft von Leuten “Ihr müsst unbedingt mal diese und jene Band holen”. Aber erstens, als kleiner Club kann man gar nicht so viele Tickets umsetzen, wie man bräuchte um einfach mal eine Band von sonstwoher einzufliegen. Dann müssten wir denen samt ihrer Entourage die Reisekosten bezahlen. Wir veranstalten ja keine Tourneen. Wir werden von Booking-Agenturen für Shows angefragt und machen es den Musikern so schön wie möglich, damit sie gerne wiederkommen, aber wer in die Stadt kommt, darauf haben wir keinen Einfluss.

    Und weil 40 Jahre Rock’n‘Roll den Rahmen eines einzelnen Artikels sprengen würden, lest ihr den zweiten Teil dieses Interviews morgen hier. Das Interview führte Dominik Stelp

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