Vierkanttretlager reisen gerne. Zurzeit zusammen mit Casper und das liest sich im Tagebuch so. Kommenden Freitag (14. Oktober) steht die Husumer Band übrigens gleich zweimal hintereinander in Hamburg auf der Bühne.

Früh als Support in der Großen Freiheit 36, spät im Rahmen des Dirty Dancing Club im Molotow (concert-news präsentiert ab 23 Uhr). Kann man also mal bei Sänger Max Richard Laßmann nachfragen und am Ende des Interviews noch Tickets verlosen für die absolut dringliche, topbesetzte (und zudem zumindest inoffizielle) “XOXO-Aftershowparty”. Tun wir das doch einfach.

 

Windparks und Wohnsiedlungen: Eure neue Single “Drei Mühlen” klingt wie eine bittere Postkarte aus dem Teil Husums, den ihr nie wirklich mochtet. Was erwartet uns auf eurem kommenden Album thematisch?

Wir befinden uns gerade in einer Phase des Aufbruchs, der Hinterfragung. Wir sind kurz davor einen Ort zu verlassen, an dem wir jeden Winkel und jedes Gesicht kennen. Husum war für uns nie ein Gefängnis, auch das Triste hat einen Reiz, eine eigenartige Form von Romantik. Wenn ich die Speichertürme von Husum sehe, dann bin ich seltsam beseelt von diesem schmutzigen Charme. Und es gibt eine Art von Ruhe, die ich nur hier finden kann.

Nun da ich diesen Ort also verlassen werde, habe ich viel nachgedacht über das altern und vergessen. Wie viel von dem hier erlebten wird später überhaupt noch relevant sein. Welche Erfahrungen haben mich wirklich reicher gemacht. In der “Die Natur greift an”-Trilogie, die dem Album namensgebend ist, geht es genau darum. Wie viel ist mein Wissen wert und kann ich mich davon frei machen und unabhängig entscheiden. Es geht viel um den gescheiterten Versuch einen Vordergrund ohne Hintergrund zu erzeugen. Erst das letzte Stück ist ein sehr versöhnliches und leitet auf ein freies Leben hin, eben durch das Abschließen der leistungsorientierten Sinnsuche. Von allen selbstgenerierten Zwängen ist das der hinterhältigste.

Die Bilder aus eurer Heimatstadt in Caspers Video “Michael X” werden von vielen Zuschauern als trübe und trist beschrieben. Ich kann das als Auch-Kleinstädter nicht wirklich komplett so negativ unterschreiben. Wie geht es dir als Husumer beim Anschauen der Impressionen?

Zunächst finde ich es schön meine Heimatstadt in dieser Form festgehalten zu wissen. Wie bereits gesagt empfinde ich die Tristesse Husums als sehr schön und anregend. Der Eindruck Husum wäre bedrückend kommt vielleicht dadurch zustande, dass man wenig Himmel und Wasser sieht. Mit eben diesen fühlt sich Husum oft viel offener an, als es eigentlich ist.

Ihr seid gerade mit Casper bereits als Support auf Tour durch Deutschland. Wie läuft’s?

Wir waren vor Beginn ein wenig zitterig ob des größtenteils doch durch HipHop sozialisierten Publikums. Aber wie es scheint, können wir doch auch einige aus dieser Richtung erreichen, das freut uns natürlich. Mit der Casper-Bande ist sowieso alles super. Wir sind ein einziges großes Liebespaar.

Nach dem Auftritt mit Casper in der Großen Freiheit 36 werdet ihr noch im Molotow spielen. Für euch sicherlich ein ganz besonderer Abend, auf zwei der wichtigsten Bühnen der Stadt spielen zu können, oder?

Als wir vor 2 Jahren das erste mal in Hamburg spielten, war das in irgendeinem Schuppen in der abgelegensten Ecke. Aber wir waren unfassbar stolz endlich ein Stückchen wegzukommen von unserem kleinen Städtchen. Gleich die beiden Bühnen an einem Tag spielen zu können ehrt uns da natürlich besonders.

Und hier noch die versprochenen Tickets: verlosung(at)concert-news.de | Betreff: “Vier beginnt”. Die Gewinner werden bis Donnerstag (ca. 20 Uhr) benachrichtigt. Tickets gibt es im Molotow an der Abendkasse.

Interview: (kel)

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