Der Sommer ist noch lang. Der Sommer ist noch lang? Wissen wir nicht. Immerhin war er es. Und wir waren unterwegs. Wo? Und wie wir das alles so fanden? Erzählen wir. Wie jeden Monat.

Kristofer Aström, Golden Kanine (2.8., Knust) Wie gewohnt feinfühlig und zerbrechlich zusammen mit seinem Musikerkumpel Flamman schwitzte nicht nur Kristofer Aström sein Hemd voll im heißesten Knust ever. Das ließ aber Golden Kanine kalt, denn die rasteten, auch wie gewohnt, auf der Bühne mit ihrem Beirut-Folk aus. Gutes Work-Out mit guter Musik! (ms) *** Lamb of God (5.8., Markthalle) Capri-Eis und die Markthalle verhalten sich ähnlich ambivalent zueinander wie Metal und ich. Heute habe ich quasi beides in der Hand. Das Eis ist schnell ausverkauft, die Halle zur Hälfte. Die Post-Wacken-Show kocht, die Crowd folgt der Band mundgerecht und Lamb of God werden nicht müde, Hamburgs dunkles Sommerloch zu lieben. Sound klasse, kurzweiliger Abend.  (kel) *** Jan Plewka & die Schwarz-Rote Heilsarmee (5.8, Kampnagel (Vorpremiere)) Jan Plewka singt Simon & Garfunkel: Nach vielen Jahren Rio Reiser-Coverei, nun ein neues Spielfeld für Plewka und seine Schwarz-Rote Heilsarmee. Viele, hübsch umarrangierte S&G-Klassiker, Diskokugel, Chorgesang, Illusionen und ein erotisch angehauchtes Zwiegespräch mit Mrs. Robinson persönlich in einem von Tom Stromberg inszenierten Konzertschein. Das war schon ganz schön gut. (nsc)

Ben Caplan (6.8., Knust) Da hat die angedachte Knust Bar dann doch nicht mehr gereicht für den angehend bekanntesten Bartträger Kanadas und kurzerhand wurde der Auftritt in den Saal verlegt. Die sonst von Caplan gewohnten Kalauer halten sich an diesem Abend in Grenzen, weil ihm, wie er sagt, heute nicht so sehr danach ist, wenn er ein so angenehm aufmerksames Publikum hat. Er intoniert lieber „Wonderful World“, verausgabt sich an Gitarre und Piano und macht am Schluss dann doch den Gotthilf Fischer bei dem ein oder anderen Song und lässt das Publikum eifrig seine Songs intonieren. Immer lohnenswert. (nsc) *** Rob Lynch + Kettcar (7.8., Knust Bar) Die größte Überraschung an diesem Abend: Der Secret Gig von Kettcar zum Knust-Geburtstag hat sich anscheinend nicht wirklich rumgesprochen, denn die Knust Bar ist an diesem Abend gerade mal halb gefüllt. Vorab der großartige Rob Lynch, der nicht umsonst bei der anstehenden Thees Uhlmann-Tour den Support geben wird. Frank Turner kann sich schon mal warm anziehen, denn Lynch hat die besseren Songs und sieht auch noch besser aus. Kettcar geben dann ein schönes Bild auf der Minibühne der Knust Bar ab und wirken regelrecht gelöst. Vielleicht ist die anstehende Bandpause ja wirklich eine gute Sache. Eine gute halbe Stunde gibt’s Hit an Hit und die Erinnerung daran, wie viele Lieblingslieder Wiebusch und co schon zu verantworten haben. Vielleicht etwas sehr kurz, aber wer hat denn behauptet, gute Konzerte bräuchten eine Mindestlänge, hm? (nsc) *** Chuck Ragan (14.8., Fabrik) Der Meister kommt mit Band und das klingt dann immer noch saugut, aber nicht mehr so sensationell wie Ragan und seine Gitarre. Für zwei Songs schmeißt er die Leute aber von der Bühne und dann gibt’s auch noch “Drag My Body”. Gänsehaut! (mf)

Ben Schadow Trio (14.8., Knust Acoustics) Aus den zahlreichen Knust-Acoustics-Auftritten picken wir heute mal den guten Ben Schadow heraus, der eigens für diesen Tag ein Trio zusammenstellte, seine Songs sehr entspannt umarrangierte und mit dem The Korgis-Klassiker „Everybody’s gotta learn sometimes“ (den die meisten eher von Beck kennen dürften) auftrumpfte. Am Ende kollektives fast-Hey Jude-Gesinge im Glücksrausch. Na na na na Na na na naaaaa…. Sehr, sehr schön! Das gilt aber für die gesamte Knust Acoustics-Reihe, die uns in diesem Jahr 12 meist sehr schöne Abende kredenzt hat, wofür wir an dieser Stelle mal Danke sagen. (nsc) *** Listener (14.8., Hafenklang) Kurzfristige Entscheidungen sind oft die besten, so also gegen Chucky für Dan aka Listener, der mit seiner kleinen Band und seinem Spoken-Word-Konzert das Hafenklang zum jubeln brachte. Sehr intensiv, lustig die schlechten Witze und sympathische Jungs (trotz Schnubbi). (ms) *** Filter, Blackmail (19.8., Knust) Blackmail wieder ohne ihren Drummer und auch ohne The Rush, aber mit unglaublich viel Wucht, Lärm und Leidenschaft. Sauguter Support, was mit der Zeit auch richtig viele mitbekommen haben. Filter dann mit einer Rampensau am Mikro, einer famosen Setlist (siehe Foto) und eben so viel Wuch, Lärm und Leidenschaft. Und am Ende trafen sich Band und Publikum nass geschwitzt und glücklich zum Plausch am Merchandise Stand. SO geht Rock N Roll. Oder: Hey Richard, Nice Shot! (mf) *** Alkaline Trio + The Bronx (21.8., Fabrik) The Bronx werden kurzerhand vom Logo in die Fabrik verlegt, was all diejenigen freut, die sich nur schwer entscheiden konnten und nun beide sehen können. The Bronx spielen als Erste und das soll dem Alkaline Trio noch zum Verhängnis werden. Denn die Kalifornier fackeln nicht lang und reißen die Hütte mal so richtig ab. Auf diesem verbrannten Boden kann es der zweiten Band des Abends eigentlich kaum gelingen, das zu toppen. AK3 schaffen’s leider auch nicht. Sie wirken blass im direkten Vergleich. (cR)

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