<Hyperventilation> Jetzt nur mal so angenommen, Lieder von Roy Black, Casper, Thees Uhlmann, Freddy Quinn, DAF, Ideal, Die Toten Hosen, Münchener Freiheit, Einstürzende Neubauten und Hildegard Knef würden gemeinsam auf einem Album erscheinen. Dann wäre doch alles für alle Zeiten gesagt. Erst recht wenn es sich um “Hinterland” handelt, um eine sackstark charmante Adaption von “Zum Laichen und sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf”, um den “Mussolini” (!) oder das “Haus der Lüge”. An dieser Stelle: </Hyperventilation>.
Schaut man in die Historie des Heinz Rudolf Kunze, stellt sich die Frage welcher dessen Albumtitel eigentlich hier die passende Überschrift wäre. “Ausnahmezustand” aus 1984? “Reine Nervensache” aus 1981? “Eine Form von Gewalt”? “Einer für Alle”? “Draufgänger”? “Gute Unterhaltung”? “Kunze: Macht Musik”? “Richter-Skala”? “Korrekt”? Dass wir uns nicht falsch verstehen: Lange hatte ich nicht den ausgiebigen Spaß an einer Zeitreise wie dieser. Man mag sich bestimmt vortrefflich streiten darüber, wenn man das denn will. Vielleicht, weil Heinz Rudolf Kunze sich all diese vierzehn Titel ziemlich aneignet und in wenigen Beispielen die nötige akzentuierte Interpretation vermissen lässt. Dann aber auch gleich gefühlt bis ganz nah an die Grenze zur Respektlosigkeit. Meistens aber auch kongenial zwischen dem Marschgepäck wie in “Ganz in Weiß” oder dem tanzenden “Junge, komm‘ bald wieder”. Und doch selbst wenn “Meisterwerke:Verbeugungen” nach hinten raus ein bisschen lange atmet: Diesen schweren Mut soll auch erstmal einer haben. Wer, wenn nicht Heinz Rudolf Kunze? 30. Oktober in der Großen Freiheit 36. (kel)
