autechre-draft-730Jede Generation muss sich eine eigene Vorstellung davon machen, was ein Album ist“. Sean Booth sagte das unlängst im Interview mit der TAZ. Kein Alleinstellungsmerkmal, diese Perspektive einzunehmen. Allerdings hat Booth gerade gemeinsam mit Rob Brown ein Album von vier Stunden und zehn Minuten Länge produziert und dem Netz geschenkt. Eine Durststrecke, die mancher Ballsport-Klub benötigt um endlich mal wieder in eines zu treffen.

Oder einfach eine Stellungnahme gegenüber den Hörgewohnheiten von heute. Autrechre also, wem sonst war das auch zuzutrauen als den beiden Wlan-Kabelträgern aus Rochdale, Greater Manchester? Schon 2003 bei meiner ersten Begegnung mäanderte das Album “Draft 7.30” zwischen Faustschlägen und minimalen, aber zahlreichen Elektrozündungen. Der Heimatplanet Autrechre verortet irgendwo “im flirrenden und Haken schlagenden Kosmos”. So war das damals und wer sich heute Absatz vier im TAZ-Interview durchliest, währenddessen der Stundenzähler von “elseq 1–5” sich anstrengt, die erste Stunde zu erklimmen, wird den Grundtonus wiedererkennen. 20. November auf Kampnagel. (kel)

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