„Carsten Erobique Meyer spielt live die schönsten Musiken aus der beliebten TV-Serie “Der Tatortreiniger”, behauptet das Internetz. Können wir kurz machen, denn es hat so widerspruchslos recht, wie der Abend am 9. Dezember im Deutschen Schauspielhaus ausverkauft ist. Warum man Carsten Erobique Meyers „Tatortreiniger“ als Album trotzdem haben muss?

Weil Meyers um ein ganzes Leben subtrahierte Todesmelodien viel zu schade sind, hinfällig im kalten Hauch eines Theaterabends zu verwehen. Oder meinetwegen auch als digitale Spur der reich und fein ziselierten, bebilderten Serienfolgen. Und so frei dargelegt entspinnen sich aus instrumentalen Hörspielen seltsam eigenständige 3D-Impressionen. Glöckchenklang hier, Klackermatsche dort, Titelnamen sind beinahe überflüssig. Weil die notwendige Kulisse aus sich selbst heraus viel elementarer zu Tage tritt als der Protagonist auf irgendeine Türschwelle.

Hier verharren, dort Kunst, daneben Pause. Elektrofirlefanz aus ruhigen Noten. Gestorben wird eigentlich woanders. „Der letzte Versuch“ zum Beispiel könnte glatt aus einem französisch-italienischen C-Movie veroperiert worden sein. C wie Charisma, Coolness oder Carsten Meyer natürlich. Synthies und Orgeln also, zwischen deren Kabeln sich unerhörte Kleinformate aus den langen Schatten räkeln. Später ist alles kurz vor vorbei. Italo-Disco-Helikopter inklusive. Kein Fliegen-Schiss könnte das hier jetzt noch stoppen. (kel)

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