Bier auf, Hirn aus, Punkrock an: Turbobier kommen am 29. Mai nach Hamburg. Und das dürfte ungefähr so kontrolliert ablaufen wie ein Einkaufswagen mit drei kaputten Rollen auf abschüssiger Straße. Die Wiener Abrissbirne rund um Marco Pogo bringt ihren völlig eskalierten Mix aus Deutschpunk, Bierlaune, Wiener Schmäh und gepflegtem Wahnsinn ins Bahnhof Pauli. Präsentiert von concert-news.de.
Bekannt wurde die Truppe nicht nur durch Nummern wie Arbeitslos durch den Tag, King of Simmering, Fuaßboiplotz oder VHS, sondern auch, weil Sänger Marco Pogo irgendwann beschlossen hat, aus einer Bieridee einfach mal eine echte Partei zu machen. Ja, die Bierpartei existiert wirklich. Oder besser gesagt: existierte. Die Bierpartei ist inzwischen Geschichte, Turbobier dagegen weiter im Vollbetrieb.
Und obwohl die Band wirkt, als hätte sie sich nachts um halb vier spontan an einer Tankstelle gegründet, haben Turbobier 2025 mal eben wieder den Amadeus Austrian Music Awards in der Kategorie Hard & Heavy abgeräumt. Irgendwo zwischen Bierdusche, Punkrock und kompletter Eskalation sind die Österreicher halt längst eine feste Größe geworden.
Wobei „normale Band“ hier sowieso schwierig wird. Eigenes Bier, eigene Partei, eigenes Brettspiel, Helene-Fischer-Parodien, Japan-Releases und vermutlich genug Geschichten für mehrere Therapiesitzungen. Turbobier wirken bis heute wie ein komplett außer Kontrolle geratenes Stammtischgespräch, das zufällig eine der erfolgreichsten Punkbands Österreichs geworden ist.
Wer Turbobier schon mal live erlebt hat, weiß ohnehin: Das ist keine sterile Hochglanzshow, sondern eher ein vertonter Kontrollverlust mit Bierdusche, Mitsing-Chören und der ständigen Gefahr, plötzlich fremde Leute im Arm zu haben. Irgendwo zwischen Thekenphilosophie, Punkrock und „Was zur Hölle passiert hier gerade?“ liefert die Band genau den Soundtrack für alle, die Donnerstagabend nicht meditierend auf einer Yogamatte verbringen wollen.
(ds)
