Vor wenigen Wochen erschien “Christin Nichols” von: Christin Nichols. Es ist ihr drittes Album und es ist ein tolles Album zwischen Pop und Indie, persönlich, ehrlich, kritisch, klug – und gefüllt mit tollen Liedern wie “Noch wach“, „Unsterblich“, „Cheerleader“, „Spotlight“ und „Bittere Pillen“ mit Gwen Dolyn. Schon am 6. Juni spielt Christin Nichols im Molotow. Vorher hatten wir drei Fragen an sie.
Wenn du am Schreiben bist und am Entwickeln und am Denken, denkst du da schon daran bzw. wie früh denkst du daran, wie das dann auch live funktionieren könnte? Oder ist erst der Song fertig und dein nächster Schritt ist dann live und wie wir das machen, das schauen wir dann?
Immer, immer. Ich glaube, einige Leute würden sich sicher wünschen, dass ich ein bisschen mehr in Richtung Wirkung gehe oder wie Dinge im Außen funktionieren, aber das kann ich überhaupt nicht und so bin ich gar nicht. Ich mache einfach wirklich aus purem Herzen das, was ich fühle, wie ich mich fühle, was ich mir wünsche, was ich selber hören will und dann klappt es aber meistens in der Umsetzung. Das sind ja meine Sachen und die spiele ich halt auch so live so und wenn wir dafür drei Wochen fünf Giraffen und eine geflutete Bühne und eine Tuba brauchen, dann besorg ich das irgendwie.
Wie bist du auf der Bühne?
Ich habe glaube ich relativ viel Energie. Ich habe wie gesagt eine tolle Liveband, mit der sich das sehr homogen anfühlt. Und ich habe in den allermeisten Teilen eine große Freude in mir, wenn ich auf der Bühne bin, das finde ich schön. Es fühlt sich immer ein bisschen an wie Geburtstag feiern und alle sind gekommen – aber jeder hat Geburtstag.
Auf der einen Seite ist deine Musik super kraftvoll, intensiv, energetisch, aber trotzdem klingt sie manchmal verletzlich und du singst über sehr persönliche Sachen, die vielleicht auch nicht nur voller Euphorie sind, sondern auch etwas nachdenklicher. Und dann guckst du in 500 Leute, die einfach strahlen und feiern und du singst diese Lieder.
Die aufmerksam an mir dran sind, die zuhören, die sich verstanden fühlen. Gerade bei leiseren Tönen hat man immer so einen unbewussten Kontakt und Verbundenheit miteinander. Zum Beispiel beim Song „Alles ist falsch“ sehe ich ganz oft in Gesichter. Natürlich werde ich dann nicht angestrahlt, weil das kein Partysong ist, aber die Leute haben trotzdem ein liebesvolles Lächeln im Gesicht, weil die sich vielleicht gesehen fühlen – und das Erlebnis ist dann ein schönes. Ein kollektives Erleben ist ja nicht immer nur Euphorie.
Interview: Mathias Frank
Das vollständige Interview gibt es bei gaesteliste.de.
