Februar. Die Tage werden wieder länger. Der Winterblues verschwindet. Die Sonne lässt sich langsam wieder öfters blicken, genauso wie die vielen Bands und Stars. Wer unter anderem in der Stadt war, lest Ihr hier:
*** Kings of Leon (16.2., Barclaycard Arena) Der stattliche Ticketpreis hat einen mehrmals überlegen lassen, ob man das wirklich sehen muss. Die Antwort? Muss man nicht unbedingt, aber bereuen musste man es auch nicht. Kings of Leon reden nicht mit dem Publikum, das haben sie noch nie. Und warum sie ihren Hit “Sex on Fire” gleich im ersten Drittel gebracht haben, um dann die endlich aufkommende Stimmung mit ein paar Akustik-Nummern gleich wieder zu kippen, bleibt ein Rätsel. Aber es war in der Gesamtschau ein ziemlich professionelles Konzert mit toller Videoshow und alten sowie neuen Hits – das entspricht doch eigentlich dem, was man auch erwartet hat. (eh)
*** AnnenMayKantereit (17.2., Spor
thalle) Vor 2 Jahren waren sie noch als Support bei Clueso in der Sporthalle bei verhaltenem Publikum, diesmal haben sie die Halle zwei Mal hintereinander allein ausverkauft. Das ist ein beachtlicher Aufstieg. Mittlerweile fühlen sie sich auf so einer großen Bühne auch sichtlich wohler. Immer noch sympathische Jungs, dennoch wollte der Funke diesmal nicht so recht überspringen. (dr)
*** The Divine Comedy | Lisa O’Neill (18.2., Mojo Club) Neil Hannon und Band waren wieder da, dieses
Mal im passenden Club. Erst Napoleon-Outfit, passend zu den Songs des aktuellen Albums Foreverland. Dann ein Sprung ins Publikum, macht er auch immer gerne. Liegend auf dem Boden des Mojo dann weiter singen, so lieben wir ihn. Die meisten Lieblingshits waren dabei, Our Mutual Friend, Indie Disco, Generation Sex. Und viel Foreverland. Sogar hinter der Bar wurde getanzt. Gut war es, nur Lisa O’Neill vielleicht zu zart als support? (tk)
*** The Graveltones | The Scarletinas (20.2., Molotow Club) Yeah Baby, schon die Vorband rockt sich den Arsch ab, mit London-Guitar-Geschrabbel, Klamotten wie in den 70ern und als Merchandise selbst gebrannte CDs. Loveley. Dann The Graveltones mit Schlagzeug und Gitarre, selbst definiert als Heavy Blues Rock. Die beiden Australier, jetzt Wahl-Londoner ballern einem ein leidenschaftliches Set um die Ohren, welches von leider nur 12o Menschen abgefeiert wird. Nebst sehr sympathischer Nähe zum Publikum und Stift suchen für erwünschte Autogramme. Anwärter für bestes Konzert des Monats. (tk) *** SOHN (23.2., Mojo Club) So ein bisschen wie ein Kapitän in der Kommandozentrale, wie Christopher Taylor alias SOHN da vorne an seinem Elektronik-Equipment Platz nimmt. Dahinter zwei Herren und eine Dame an Electro-Drum-Keyboard-Sets, letztere ergänzt die Stimme Taylors um den Gänsehaut-Effekt. Wow. Songs sowohl vom Debut, als auch vom aktuellen Album und die Hits zum Schluss, so soll es sein. Noch schöner wäre es gewesen, wenn einige ihre Klappe gehalten hätten. Denn wenn der Meister sein …nobody else can slit my throat like you…in das Dunkel singt, ist Geplapper unpassend. Ein sonst grandioser Abend mit einem Musiker, der liebt und weiß was er tut, mit etwas understatement, aber gut so. (tk)
*** Beach Slang (22.2., Molotow) Was für eine großartige Liveband. Das Molotow ist brechend voll, die eingängigen Songs werden textsicher mitgegröhlt und sogar ein paar Crowdsurfer sind zu sehen. Spontan wird noch eine Coversession eingelegt mit Songs auf Zuruf. Am Gelungensten: “Where is My Mind” von den Pixies. Am Penetrantesten gewünscht: “Wonderwall” von Oasis, trotz dass sie es schon halb gespielt hatten. Die englischen Fans gaben erst auf als Sänger James Alex versprach den Song aufzunehmen und ihnen zu schicken. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Ein wirklich gelungener Abend. (dr)
*** Peter Doherty & Puta Madres (24.2., Gr. Freiheit 36) Pete Doherty spielt, also lieber gleich 3h später kommen – wer sich das gedacht hatte, hat sich ziemlich geärgert, denn Pete fing doch recht pünktlich an. Viel von der neuen Platte, wenig seiner alten Bands und ein bisschen viel Rückkopplungen und Geknirsche in den Boxen. Mit der Zugabe aber endlich auch ein paar rockigere Nummern und “Fuck forever” ist live sowieso großartig. Leider gab es zur ungeplanten zweiten Zugabe, als die Hälfte des Publikums längst draußen auf dem Kiez war, keinen Strom mehr und auf eine Akustik-Nummer sind die spielwilligen Bandmitglieder irgendwie nicht gekommen. War trotzdem wieder einmal ein ziemlich gutes Konzert. (eh)
*** Peter Doherty (24.2., Gr. Freiheit 36) Großkotzig, taumelnd, wie sollte es auch anders sein, versucht ein Brite an alte Erfolge anzuknüpfen. Die ersten 40 Minuten sind langweilig, und er lässt viel zu oft die Band im Ungewissen, wie es denn gleich weiter geht. Irgendwann springt der Funke dann doch zögernd über, die Hipster vor der Bühne sind betrunken genug um alles abzujubeln was jetzt noch kommt, egal ob Akkorde passen, oder das Set noch stimmt. Zugegeben wird es dann etwas schmutzig-rockiger, und somit ein bisschen besser, sobald es Richtung Libertines-Zeiten geht. Aber ganz ehrlich, eine überzogene Show mit zu wenig wirklich musikalisch-hochwertigem Einsatz. Das kann er doch besser. Dachte ich. (tk)
