Als Die Antwoord auf hoher Flamme 2009 aus Südafrika emporgeschossen kamen, war in unseren Breiten gewiss nur ein lauwarmer Prä-Waka-Waka-Hype auszumachen. Allerdings läuft die Drei-Personen-ElektroDrum & TechnoBass-Verführung gegen ihre hauseigene FuckBitch & Afrikaans-HipHop-Maschine spätestens jetzt auf “Tension” noch eklatanter und brutaler Amok. So, wie es sich selbst die grenzdebilen Holländer im Wintermächen von Johannesburg 2010 nicht kompromissloser hätten vorstellen können.
Da wütet also nun Die Antwoord auf dem futuristischen, zweiten Langspieler, als habe man gerade zusammen mit den Ghetto-Gangsta-Kids Shakira und die Black Eyed Peas unangespitzt durch den koksgekreideten Elfmeterpunkt gerammt und darüber hinaus sämtliche Subkulturen der Vorstädte einen ekstatischen FreakyFuckinFunkyFeitstanz im Strafraum vollführen lassen. Wen das jetzt irgendwie an einen bissfesten und tollwütigen Oliver Kahn erinnert, liegt nicht ganz verkehrt. Den dreckigen, expliziten Sex auf brennendem Kunstrasen allerdings bezieht “Tension” dann doch eher von Seiner Majestät Prince. Nein, nicht Kevin. (kel)
