Das Spiel mit Netzstrumpf und doppeltem Boden ist durch, Fraktus sind natürlich längst entfaket, der Spaß kann nunmehr beginnen. Wenn also Westbam, Illmann, Blame, Delay, Baxxter, Remmler, Meier und nicht zuletzt ein Alex Christensen als allesamt erwiesene Eiszeit-Experten hier den Weg der angeblichen Urväter of Techno mitgehen, ist das nicht nur ein fillmkulturelles Riesenbuhei mit Seitenhieben im Minutentakt.
Das “Best of”-Album “Millenium Edition” schlägt in purzelnden Parallelogrammen und zig weiteren geometrischen Formen unter Neon-Dauerbestrahlung eine direkte Verbindung in die Zeit von Fernsprechtischapparaten (vergl. FeTAp 751) her, die mit Impulsen und Mehrfrequenzen betrieben wurden, später Namen wie “Dallas” oder “Frankfurt” trugen und seinerzeit nur gemietet werden konnten. Was genau das heutige Telekom-5-TonSignal (“Bombenalarm”) damit zu tun hat oder “All die armen Menschen”? Wen der tollwütige Fuchs verstört und was (“Ronnys Popshow” lässt grunzend grüßen) Liebe suchende Affen zerleben? Warum Blockflöten des Todes den “Supergau” auslösen oder die Commodore-“Computerliebe” (mit Gast Bernadette la Hengst im Paso Doble vs. Humpe-Modus) bis heute auf geschlossene Kühlketten angewiesen ist?
Interessiert am Ende alles keine Sau, der gemeine Hedonismus und mindestens zwei tatsächliche Terror-Hits auf der “Millenium Edition” siegen doch eh’. “Oweeeeyoo”! You got the Power. Wer es am Ende bis zur Mike Oldfield-Gedächtnis-Rattenfänger-Melodei ausgehalten hat, darf sich bei Fraktus als künftiger “Junger Mann zum Mitreisen” bewerben. 17. Februar | Fabrik | concert-news präsentiert (kel)
