Apparat macht Theater. Und das ist wie vorgesehen für unsere Rubrik “Abseits der Bühne”. Wer bisher nichts mit dem Berliner Sascha Ring und seinen Statisten anfangen konnte, könnte mit der “Adaption” “Krieg und Frieden” vielleicht so seine Mühen haben.
Die nämlich ist entstanden aus dem zielgerichteten Fortgedanken, der ursprünglichen Bühnenbegleitung bei Aufführungen in Recklinghausen und Leipzig ein ausgefeiltes und differenziertes, nach der puristischen Trio-Bühnen-Besetzung mit Violine und Cello, ebenso abendfüllendes AlbumNoise-Statement folgen zu lassen.
Dass “Krieg und Frieden” sich dabei oft in einem surreal rauschenden, tunnelndem Grundton ergeht, unterstreicht den Werkstatt-Ansatz, dem sich das komplette Schau & Spiel-Ensemble von Beginn an zu unterwerfen hatte. Dass weder Worte, noch mehr Struktur, als unbedingt notwendig verwendet werden, unterstreicht gewiss die dramaturgisch-nebulösen Vorgaben, unter denen das Projekt seinen Lauf nahm. Insofern bleibt am Ende die nicht unberechtigte Frage, mit welcher Intensität der Apparat–Audio-Anteil unter dem ganzheitlichen Aspekt gedeihen kann. Die alte, spannende Soundtrack-Frage halt. (kel)
