Heute machen wir euch mal eine richtig lange Nase. Die älteren unter uns erinnern sich, der Rest staunt einfach über ein Stück süßeste Fernsehgeschichte mit “Pinocchio”. Und wir staunen derweil über ein högscht gelassenes, verliebt abgehangenes und über den Dingen schwebendes neues Mary Roos-Album, das sich irgendwie ohne spürbares Vergehen der Zeit durch die Woche schlängelt.
“Denk was du willst”, liebe Vorverurteiler, trällert so gar nicht in seichten Schlagergewässern, sondern tänzelt, swingt und streckt sich grazil von Brazil aus nach dem französischen Chanson und in die nächsten Federbetten hinüber. Weil es einfach passt. Weil die Roos ihre Kritiker schon nach drei Minuten mit einer Gelassenheit vom Feld fegt (“Wie lange woll’n Sie das noch machen”), die manchem Erstliga-Kicker oder Trainer bestens zu Gesicht stünde.
Dass man sich so manches unter den insgesamt fünfzehn Stücken im maßgeschneiderten Kleid eines wohlfeilen Remixes vorstellen kann, ist obendrauf wohl die größte Überraschung auf “Denk was du willst”. Und wem das alles mitunter sehr nach einer Till Brönnerschen Zurückgelehntheit anmutet, der liegt auch mal so gar nicht verkehrt damit. 17. Mai | Gruenspan | concert-news präsentiert (kel)
